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Lebenswelt

. Standpunkt von Gruppe: Jürgen Habermas praktikabel gemacht
Themenkreis:
Überarbeitet von Schnittmenge am 20. November 2011 - 8:16
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Die Lebenswelt ist die geteilte Hintergrundannahme, die eine zwischenmenschliche Kommunikation überhaupt ermöglicht.

Habermas gibt der Lebenswelt „Leben“, indem er diese nicht als statische Umwelt gegeben sieht, sondern als den Ort begreift, an dem Tradition benützt und erneuert wird.

Habermas unterscheidet drei Aspekte der Lebenswelt:

  • Die Kultur stellt das notwendige Vorwissen (oft unbewusst) zur Verfügung, damit Interaktion überhaupt möglich wird. (Äußere Welt - z.B. Werte, Sprache)
  • Die Gesellschaft ist der Ort, in dem sich aus der gemeinsamen Verständigung soziale Gruppen bilden. (Sozialen Welt – z.B. Vereine; sieht man die Consenser.org-Gemeinschaft als eine Gesellschaft, so finden sich im Diskurs-Consenser Gleichgesinnte und bilden Consenser.org-Gruppen.)
  • Eine Persönlichkeit muss sprach- und handlungsfähig sein, damit sie innerhalb einer Lebenswelt seine Eigenart behaupten kann. (Innere Welt – z.B. Nur derjenige der die Fähigkeit besitzt, seine Meinung auf Consenser.org zu sagen und diese auch veröffentlicht, kann seine Persönlichkeit innerhalb der Consenser.org-Gemeinschaft behaupten.)

Rationalisierung der Lebenswelt

In dem Maße, wie sich eine Gesellschaft weiterentwickelt, rationalisiert die Lebenswelt. Die Menschen sind zunehmend in der Lage, zwischen der Welt und Glaubensvorstellungen (Religion) zu unterscheiden. Mythische Weltbilder verlieren an Bedeutung und so auch die damit verbundenen Normen und Verhaltensvorschriften. Statt sich an Vorgaben zu orientieren, treffen Menschen zunehmend eigene, rationale Entscheidungen. Eine Rationalisierung der Lebenswelt liegt in der Abnahme von mythischen Weltbildern (Sitte, Bräuche...) und in der Zunahme der Suche nach gemeinsamer Verständigung und erfolgsorientiertem Handeln.

Das erfolgsorientierte Handeln wird zum instrumentellen Handeln, wenn eine Person durch den Einsatz geeigneter Mittel versucht, ein gesetztes Ziel zu erreichen. Orientiert sich dagegen eine Person auf die notwendige Einflussnahme auf andere Menschen, zur Erreichung eines gesetzten Zieles, so handelt er strategisch.

Erfolgsorientiertes Handeln nennt man auch teleologisches bzw. zweckrationales Handeln. Innerhalb eines Systems hat ein Mensch eine zweckrationale Einstellung, wobei die Ziele vom System selbst fest gelegt werden.

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