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FREIEN WILLEN?

Aktueller Consens vom Diskurs-Projekt: Themenkreis:
Überarbeitet von Schnittmenge am 10. Oktober 2011 - 9:55

Neurowissenschaft

Die Gehirnforschung untersucht das Gehirn mit der Vorannahme eines deterministischen Weltbilds. Diese Vorannahme ist notwendig, denn nur so können neue Erkenntnisse über die Funktionsweise des Gehirns gewonnen werden. Der aktuelle Forschungsstand kann keinen „Freien Willen“ beweisen.

Geisteswissenschaft

Geist und Willensfreiheit sind historisch gewachsene Begriffe. Auf die Vorannahme, dass der Mensch einen „Freien Willen“ hat, baut z. B. unser Rechtssystem auf. Unsere Erfahrung deuten auf die Existenz eines freien Willens hin, so wie wir jeden Tag sehen, dass die Sonne auf- und untergeht. Aus der Beobachterspektive einer Person ist es nicht möglich zu erkennen, dass sich die Erde um die Sonne dreht. Aus der Beobachterspektive einer Person erscheint es den meisten, dass es einen „Freien Willen“ gibt.

Resümee

Je nach Kontext und Beobachterperspektive kann es nützlich sein einen „Freien Willen“ anzunehmen oder auch nicht. Wichtiger als die Antwort, ob es einen „Freien Willen“ gibt, ist die Offenheit gegenüber anderen Perspektiven. Es gibt Fragen, die wir durch eine gezielte fachübergreifende Zusammenarbeit besser lösen können, als durch den Streit, welche Vorannahmen, denn die richtige Ausgangsbasis wäre. Beispiel für Fragen, wo eine gezielte Zusammenarbeit wünschenswert wäre:
• Wie sollten wir mit Straftäter umgehen?
• Wie sollten wir unsere Kinder erziehen?
• An welchen „Stellschrauben“ dürfen wir drehen und von welchen sollten wir aus ethischen Gründen unsere Finger lassen.