Eigentum

Gruppen-Meinung von: Systemische Wirtschaftstheorie
Verfasst von Perturbation am 8. Januar 2012 - 13:06.

"Eigentum ist [...] eine durch die Setzung von Recht geschaffene Fiktion, eine abstrakte Idee, die aber weitreichende soziale Konsequenzen hat: Sie macht es möglich zu wirtschaften" (Simon 2009, 38).

"Der Unterschied, den das Konstrukt Eigentum für die Entwicklung der Gesellschaft macht, ist seine Unsicherheit absorbierende Funktion. Eigentum kann als Sicherheit verwendet erden, um Kredite zu erhalten" (Simon 2009, 36).

"Einer der wesentlichen Effekte der Erfindung des Eigentums ist, dass auch Güter, die "an sich" im Überfluss vorhanden sind, zu knappen Gütern werden, wenn/weil sie in Eigentum überführt werden. Denn ihre Knappheit wird nicht von der Quantität, in der sie existieren, bestimmt, sondern von den Zugriffsmöglichkeiten auf sie - und die sind in unterschiedlicher Weise mit Besitz und Eigentum verbunden" (Simon 2009, S. 56).



Eigentum

Verfasst von rudi-philosoph am 20. Januar 2012 - 16:21.

Die Simonsche Sichtweise, dass Eigentum Unsicherheit absorbiert, ist für mich nur ein eher untergeordneter Aspekt von Eigentum. Eigentum ist in meiner Philosophie zunächst einmal ein körperexterner Teil des menschlichen Individuums. Der von Simon in den Vordergrund gerückte gerückte Gesichtspunkt scheint mir eine Verharmlosung des eigentlichen zu sein, nämlich der Angst vor dem Hungertod. Die wird durch Eigentum verringert. Das gilt allerdings in einer Mangelgesellschaft und nicht in unserer Überflussgesellschaft.
Das können wir ja später mal ausdiskutieren.
Gruß
rudi

Der Aussage, dass Sicherheit

Verfasst von Perturbation am 20. Januar 2012 - 18:07.

Der Aussage, dass Sicherheit ein eher untergeordneter Aspekt von Eigentum ist, würde ich im Kern zustimmen. Ich verstehe die Position Simons im Kontext der Theorie von Heinsohn/Steiger (die ist übrigens keine explizit systemische), die die Unterscheidung von Besitz und Eigentum mit der daraus resultierenden „Eigentumsprämie als Schlüsselgröße des Wirtschaftens“ in den Mittelpunkt stellt. Diese Eigentumsprämie ergibt sich dort aus der Belastbarkeit/Verpfändbarkeit des Eigentums. Simon will wohl andeuten, dass sich das im Rahmen der Systemtheorie durch die Unsicherheit absorbierende Eigenschaft des Eigentums erklären lässt.

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