Instrumente wissensbasierter politischen Steuerung

. Standpunkt von Gruppe: Globalisierung verstehen
Überarbeitet von Schnittmenge am 6. Mai 2011 - 7:30

1. Private Autorität und öffentlich-private Partnerschaft

Die Balance der Macht zwischen Politik und Ökonomie, zwischen Konzernen und Regierungen, verschiebt sich nachhaltig auf die Seite der privaten, territorial nicht gebundenen Akteure. Bei kollateralen Gütern, wie Medikamente gegen HIV in armen Ländern, bedarf es privat-öffentliche Partnerschaften. (Le Grand 2001)

Über spezialisierte Expertise kommen private Organisationen der Governanz ins Spiel, welche bislang den öffentlichen Akteuren vorbehalten war. Wissen wird politisch, wirtschaftlich und technologisch immer bedeutender, es gibt einen klaren Fokus auf den Aufbau von Wissen und Expertise:

  • Vernetzungswissen: Wissen über Architekturen und Leistungsspektren unterschiedlicher Netze
  • Kooperationswissen: Wissen über Formen und Leistungsspektren von Kooperation, Allianzen bis zu disziplin- und branchenübergreifenden „Center of Excellence“.
  • Wissensmanagement: Wissen über Voraussetzungen und Möglichkeiten des Managements der Expertise.

 

2. Qualitätsmanagement und Exzellenz politischer Steuerung

Die Macht des Staates reicht bei der Steuerung hochkomplexer Systemprozesse nicht aus : „Je mehr ein moderner Staat seine Herrschaft auf Organisationen sowie mittels Organisationen ausübt, desto antiquierter wird die Vorstellung, dass sich die Staatsautorität primär auf die Monopolisierung physischer Gewalt gründe.“ (Geser 1990)

Der optimale Einsatz von Macht und Geld in der modernen politischen Steuerung ist nur dann zu erreichen, wenn diese von Expertise geleitet wird. Dies setzt zwei Kernkompetenzen voraus:

  • Strategiefähigkeit: Strategisches Handeln schließt Selbstbindung, ein überdachtes Ziel-Mittel Verhältnis sowie kompetenten Umgang mit hohen Komplexitäten (Nichtwissen) ein. Es bedarf des Verstehens der Innen-Welt, der Politik, sowie der relevanten Umwelt, wo die strategischen Ziele umgesetzt werden sollen.
  • Lernkompetenz: Strategische Positionierungen müssen neuen, internen und externen Bedingungen angepasst werden. Dies bedarf des Lernens, um erforderliche Kernkompetenzen neu zu definieren und aktiv auszubilden.

 

3. Modelle Strategischer Systemsteuerung

  • Six Sigma: (6σ) stellt ein statistisches Qualitätsziel dar und zugleich eine Methode des Qualitätsmanagements. Ihr Kernelemente sind die Beschreibung, Messung, Analyse, Verbesserung und Überwachung von Geschäftsvorgängen mit statistischen Mitteln. Die Ziele orientieren sich an finanzwirtschaftlichen, wichtigen Kenngrößen des Unternehmens sowie an Kundenbedürfnissen. Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Six_Sigma
  • Balanced Scorecard: beschreibt ein Konzept zur Messung, Dokumentation und Steuerung der Aktivitäten eines Unternehmens bzw. einer Organisation im Hinblick auf seine Vision und Strategie. Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Balanced_Scorecard
  • EFQM-Modell: EFQM steht für „European Foundation of Quality Management“. Es hat sich zu einem qualitäts- und kompetenzorientierten systemischen Steuerungsansatz entwickelt, der auf „Business Excellence“ zielt.

 

4. Kollektive Intelligenz

Jazz-Musiker in abgehobenen Jam-Sessions, Basketball-Mannschaften in lichten Höhenflügen eines mühelosen Zusammenspiels oder Flugsicherungsteams in spielerisch beherrschten Krisensituationen sind Beispiele für Erfahrungen einer kollektiven Intelligenz, die als Einheit mehr leistet, als die Summe deren Einzelleistungen. Der Mensch an sich hat sich über Jahrtausende nicht verändert, was sich verändert hat sind die sozialen Organisationsformen und Formen der kollektiven Intelligenz. Des Weiteren handele der Mensch – gemessen an den Ansprüchen moderner Gesellschaft – weder besonders rational noch intelligent. (Dies schreibt Herr Willke!)

Wenn der Kern einer Intelligenz Lernfähigkeit bedeutet, dann setzt organisatorische Intelligenz voraus, das Organisationen als Organisationen lernen und nicht nur die Personen als Mitglieder der Organisation. Beispielsweise sind die studierenden und forschenden Mitglieder der deutschen Universität lernfähig, während die Universität an sich wenig dazulernt und in diesem Sinne bemerkenswert dumm ist. Auch viele andere Organisationen wie Anwaltskanzleien, Lehrerkollegien, Ärztepraxen oder Kabinette sind erstaunlich dumm und behindern eher die Entfaltung der Intelligenz ihrer Mitglieder, als dass sie diese unterstützen.

Der technische Fortschritt stellt eine Infrastruktur zu Verfügung, die kollektive Intelligenzen ermöglichen. Zum einen als dezentral verteilte Global Player, wie Rating-Agenturen (Standard & Poor’s), Beratungsfirmen (McKingey), Medienkonzerne (CNN), zum anderen durch gezielten Aufbau einer auf Wissen gestützte kollektiven Intelligenz, transnationaler Institutionen wie Greenpeace oder die Weltbank. Der steigende Zusammenhang von Weltgesellschaft und Wissensgesellschaft verleiht den lateralen Weltsystemen immer mehr Brisanz.
 


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