Global Governance

. Standpunkt von Gruppe: Globalisierung verstehen
Überarbeitet von Schnittmenge am 21. Mai 2011 - 9:45

Die Ausgangsbasis dieser Zusammenfassung ist das Buch von Helmut Willke „Global Governance“, welches hier mit aktualisiertem Inhalt in eine einfachere Sprache übersetzt und auf das Wesentlich gekürzt wurde. Des Weiteren wurde der Text mit weiteren Steuerungsmodellen angereichert.

Einführung (I.)

Was nützt dem deutschen Bürger sein Bio-Gemüse, wenn vom Nachbarland genmanipulierte Samen über die Grenze geweht werden. Das nationalstaatliche Denken ist zu kurz gegriffen, um die Dynamik der Globalisierung zu verstehen oder gar gestalten zu können.

Global Governance ist ein Forschungszweig, der sich damit beschäftigt, wie die globalen Herausforderungen und grenzüberschreitenden Erscheinungen gesteuert werden bzw. gesteuert werden könnten. Als Frage formuliert: Wer kann was, wie beeinflussen?

Je nach der verwendeten Theorie bekommen wir eine andere Antwort auf die Frage „Wer kann was, wie beeinflussen?“. Es existieren sehr viele verschiedene Theorien zur globalen Steuerung, von denen sich einige sogar widersprechen. Im Kapitel „Theorien globaler Steuerung“ unterscheidet Helmut Willke die Vielfalt der theoretischen Ansätze in vier verschiedene Ausgangspunkte: die Ökonomie, der Staat, die Homogenität (Einheitlichkeit) und die Komplexität.

Im Kapitel „Modelle der Systemsteuerung“ will Herr Willke den Streit darüber entschärfen, welche die „richtige“ Theorie zur globalen Steuerung wäre. Wie? Indem er die Gesellschaft durch die Funktionssystem-Perspektive beobachtet. Innerhalb der Funktionssystem-Perspektive werden vier Haupt-Mechanismen der gesellschaftlichen Steuerung unterschieden: der Markt, das Recht, die Solidarität, die Expertise

An Beispielen verdeutlicht Herr Willke die immer größer werdende Bedeutung des Steuerungsmodels „Wissen“. Er skizziert anschließend Instrumente wissensbasierter politischer Steuerung und gibt am Schluss einen Ausblick auf die Steuerung in der globalen Wissensgesellschaft

Ich halte das Buch für lesenswert, da es meiner Meinung nach einen schlüssigen Überblick über die Vielfalt der verschiedenen Weltbilder gibt. Des Weiteren denke ich, dass die vier Modelle der globalen Steuerung des Herrn Willke als eine gemeinsame Kommunikations-Schnittmenge benutzt werden können. Denn, wenn die Teilnehmer von Diskussionsrunden ihr eigenes Weltbild in der Sprache diesen gemeinsamen Referenzpunkt formulieren, könnte so mancher Streit über die „richtige“ Theorie entschärft werden und in einen für alle gewinnbringenden Diskurs verwandelt werden.

Ich erlaube es mir, dies drastischer zu formulieren. Jeder Mensch hat sein eigenes Weltbild. Es gibt vier Wege, das eigene Weltbild schlüssig zu halten:
a) Durch Ignoranz: Das, was nicht in das eigene Weltbild passt wird ignoriert. => Stagnation
b) Durch Verteidigung: Wird das eigene Weltbild angegriffen, wird es verteidigt. => Streit
c) Durch Gleichgesinnte: Man bevorzugt den Kontakt zu Menschen, die einem das eigene Weltbild bestätigen. => Gruppierung
d) Durch Lernen: Wenn etwas nicht in das eigene Weltbild passt, so muss man es entsprechend erweitern, damit es wieder schlüssig wird. => Wachstum

Ich konnte viel aus dem dünnen Buch „Global Governance“ lernen, es hat mein Weltbild erweitert. Ich würde mich freuen, wenn Freunde und Bekannte die drei Modelle der menschlichen, kollektiven und globalen Selbststeuerung in ihr Weltbild aufnehmen könnten. Wir erweitern so unsere gemeinsame Kommunikations-Schnittmenge, womit sich mögliche Verteidigungshaltungen einfacher in gemeinsames Lernen verwandeln lassen.
 


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