Die Piraten als Metapartei

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vom Diskurs-Projekt:
Verfasst von Nogo am 29. Januar 2011 - 15:54.

Ich finde die Piratenpartei als klassische Partei uninteressant. Im Gegensatz zu anderen Ländern gibt es in Deutschland durchaus schon genug Parteien. Interessant fände ich es, wenn die Piratenpartei lernen würde, sich eben nicht wie eine Partei zu verhalten, sondern wie der verlängerte Arm des Volkes. Das System unserer Parteiendemokratie wurde explizit  geschaffen, um den Staat vor dem direkten Willen des Volkes zu schützen. Ich denke, dass dabei über das Ziel hinaus geschossen wurde. Wenn die Piratenpartei in der Lage ist, z. B. durch die konsequente Einführung von Liquid Democracy, den Bürgern einen Hebel in die Hand zu geben, der auch während der Legislaturperioden funktioniert, dann wäre das ein grandioser Erfolg. Vorstandswahlen und Programmdiskussionen sehe ich eher als notwendiges Übel um zu diesem Punkt zu kommen, nicht als Selbstzweck. 


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Protestbewegung in Politik umwandeln

Verfasst von Schnittmenge am 8. November 2011 - 2:15.

Die Anti-Atom Bewegung konnte erst durch die Grünen politische Macht entwickeln. So bedürfen auch die neuen Demonstrationen mindestens einer Partei, damit die Proteste politische Auswirkung entwickeln können.

In einem BBC-Bericht über die Occupy-Bewegung wurde behauptet, dass sie keine Lösungen anbiete, doch die Erfolge der Piratenpartei in Deutschland wurde als erstes Anzeichen einer neuen, nachhaltigeren Politik gesehen. Wenn die Analysten es bereits so sehen … => Bereit machen zum Ändern, denn die Piratenpartei hat das Potential die Protestbewegung in reale Politik umzuwandeln. Wäre das nicht eine Strategie für die Piratenpartei?

Re: Die Piraten als Metapartei

Verfasst von Merkbefreiter am 7. November 2011 - 20:47.

Das sehe ich sehr ähnlich! Die PIRATEN bieten m.E. die Chance, dadurch dass keine "Altlasten" an Bord sind, Politik neu zu gestalten. Leider wird allzuoft nach den 'erfahrenen' und politikerprobten Mitstreitern gesucht, bzw. es werden schon jetzt verbissene Grabenkämpfe ausgefochten. Die sind meiner Meinung nach auch wichtig, jedoch 'nur' zur Schaffung eines praktikablen Überganges zur 'reinen Basisdemokratie'.

Die Partei ist hier Mittel zum Zweck - um das politische und gesellschaftliche Handeln und Denken ändern zu können, müssen die vorhandenen Wege beschritten und genutzt werden, damit der politische Diskurs neu gestaltet werden kann.

Für ein basisdemokratisches System ist eine Gemeinschaft aus mündigen Bürgern Grundvoraussetzung. Leider glaube ich, dass wir momentan in der Masse keine mündigen Bürger sind. Zuerst müssen daher meiner Meinung nach die Bürger '(re-)politisiert' werden. Das alleine wird ein bis zwei Generationen in Anspruch nehmen. Bildung ist hier meines Erachtens der Schlüssel.

Wie sollte diese 'Mündigkeit' am besten Definiert sein, damit das Problem der Ausgrenzung minimiert wird?
Oder vielleicht besser die Frage beantworten, wie eine 'rein basisdemokratische Gesellschaft' beschaffen sein muss?

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Basisdemokratische Gesellschaft: mehr Handeln weniger Kreuze

Verfasst von Schnittmenge am 8. November 2011 - 2:50.

Warum müssen den alle Bürger politisch aktiv werden? Politikzwang? Reicht es nicht wenn, die die politisch aktiv sein wollen, es auch sein können?

Basisdemokratie muss meiner Meinung anders gedacht werden. Keine Abstimmung mehr über Wahlen, sondern durch Handeln. Jeder ist frei zu bestimmen was er macht und nicht machen möchte. Er ist frei in Club A oder Club B Mitglied zu werden. Alleine durch die Wahl, wie er seine Zeit einsetzt, bestimmt er welche Gruppe und deren Politik er unterstützt und vielleicht mitgestaltet. Ein Arbeitsplatzwechsel hat mehr Einfluss auf mein Leben, als alle vier Jahre ein Kreuz auf einem Stimmzettel zu machen. Der gemeinsame Kaufverzicht einer bestimmten Ware kann effektiver sein als die Schaffung der notwendigen Gesetze zur Unterlassung des Verkaufes.

Vier Grundsätze für ein piratiges Gesellschaftssystems

Verfasst von Merkbefreiter am 9. November 2011 - 9:28.

ACK. Aber...

...die Aktivität, also das 'Wollen' zum politischen und gesellschaftlichen Handeln muss meiner Meinung nach gefördert werden. Der Mensch ist per se faul - aber auch neugierig. Beides hat uns in die heutige Informationsgesellschaft katapultiert.

Um eine Strategie - also einen Lösungsvorschlag - für ein Problem anbieten zu können, muss man erstmal das Problem verstanden haben.

[Utopie]

Was ist also das Kernproblem, dem sich die Piratenpartei annehmen soll? Daraus ergibt sich die Strategie! Und ich glaube, dass aus den folgenden vier Grundprinzipien alles abgeleitet werden kann, auch wenn die Details der Problemstellung bislang nicht bekannt sind:

1) Bürgerbeteiligung fördern - Eigenverantwortung des Bürgers fördern und fordern, aber nicht im FDP Sinne 'Der Bürger ist selber Schuld, wenn er sich über den Tisch ziehen lässt', sondern mehr durch Entwicklung der politischen und gesellschaftlichen Mündigkeit jedes einzelnen. Dies ist Grundvoraussetzung für Basisdemokratie.

2) Basisdemokratie leben - Kein Personenkult, nur 'Rollen' - keine 'Köpfe' besetzen, Demokratie geht uns alle an! Aber nicht jeder kann alles wissen. Soll er auch nicht. Consenser.org gibt die Struktur bereits vor: Expertengruppen beschäftigen sich mit speziellen Themen und erstellen Standpunkte. Bürger geben Meinungen und Kommentare ab und bewerten die Einzelnen Aussagen. Gemeinsam wird ein Konsens gefunden. Dieser wird über die Gremien zur Umsetzung beschlossen.

3) Bürgerrechte stärken - Der Bürger steht im Mittelpunkt allen Handelns. Seine Interessen sind daher zu schützen, denn er ist die Triebfeder aller Entwicklung, politischer und gesellschaftlicher Teilhabe, sei es durch Konsum, Arbeit (Erwerb + Sorge) oder Mitbestimmung. Alle im System Beteiligten - vor allem die Unternehmen und der Staat - sind daher dem Gemeinwohl zu verpflichten. Das kapitalistische System als annonyme Rechtfertigung für moralisches und ethisches Versagen des einzelnen ist in ein System der Gemeinwohlökonomie umzuwandeln.

4) Transparenz schaffen - nicht der gläserne Bürger sondern der gläserne Staat ist das Ziel - Im Gegensatz zu Diktaturen oder Monokratien ist in der Demokratie jeder einzelne Bürger direkt am Staat beteiligt. Die Strukturen dienen nur der Ordnung der Prozesse, nicht der Schaffung von Macht. Denn die Macht ist per Definition bei den Bürgern. Um Missbrauch zu verhindern (oder zumindest maximal einzuschränken), darf es keine verdeckten Entscheidungen geben. Auch die meiste Information und alles Wissen muss öffentlich zugängig sein. Werkzeuge wie das Internet schaffen Meinungsbildungsplattformen durch Organisation und Strukturierung aller Information und allen Wissens.

[/Utopie]

Die Piratenpartei ist eine 'Mitmachpartei'. Und dabei geht es nicht um 'Zwingen' sondern um 'Wollen'. Und das Wollen muss ein Bedürfniss sein. Momentan stehen andere Bedürfnisse im Vordergrund. Kann Politik Bedürfnisse lenken?

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Kunst der Wahl seiner Zielen und Mittel

Verfasst von Schnittmenge am 18. November 2011 - 12:11.

ZIEL:
Wer sich Ziele vornimmt wird sich seinen Problemen und Aufgaben bewusst, die er bewältigen muss, damit er sein Ziel näher kommt. Siehe Beispiel => http://de.consenser.org/node/1733

WEG:
Ziele alleine dürfen nicht die Mittel bestimmen. Es bedarf einen verantwortungsvollen Umgang, mit welchen Mittel und Werten man seine Ziele verfolgt.

STRATEGIE:
Ist die Kunst der Wahl seiner Zielen und Mittel.

Transparenz und Basisdemokratie kann als Ziel als auch als Mittel gesehen werden. Die Piratenpartei sammelt Erfahrung, mit welchen Mittel, welche Ziele erreichen. Grundproblem der Basisdemokratie ist die Verdichtung der Meinungsvielfalt zu „guten“ gemeinsam verbindlichen Entscheidungen. Ein Lösungsansatz ist der herrschaftsfreie Diskurs, der beim nächsten [Philosophischen Café] thematisiert wird. => http://de.consenser.org/node/2502

Keinen Wahlkampf mit Liquidfeedback oder Personen

Verfasst von Kommentator (nicht überprüft) am 29. Januar 2011 - 19:28.

Wir betreiben keine Personenkult, wir sollten auch mit LiquidFeedback keinen Wahlkampf machen, sondern lieber allgemein, dass die Piratenpartei kompetent Internet-Werkzeuge einsetzt, die große Reichweiten entwickeln können, wie bei Wikileaks gesehen haben oder schau Dir mal gerade an, was gerade in Ägypten abgeht, das hat auch ihren Ursprung im Internet und Mobiltelefonen gefunden: http://www.tagesschau.de/ausland/aegypten326.html

Wir haben das Potential die Regeln das politischen Systems zu ändern.

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