Was ist eigentlich »Liquid Democracy?«

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Verfasst von Schnittmenge am 26. Juli 2010 - 19:11.

Einfach erklärt:

Quelle: http://kontextschmiede.de/was-ist-eigentlich-liquid-democracy/

 

Die praktische Umsetzung - LiquidFeedback:

LiquidFeedback ist eine Liquid Democracy Software, um der Piratenpartei, die Beibehaltung ihrer basisdemokratischen Ausrichtung zu ermöglichen. Von Anfang an stand dabei fest, dass nicht nur auf Abstimmungen beschränken sein soll, weil der Diskurs eine wesentliche Voraussetzung für fundierte Entscheidungen darstellt. Konzeptionelle Arbeit wird heute in der Regel von kleinen Gruppen, Gremien, Expertenkreisen oder gar visionären Einzelpersonen geleistet. Die Herausforderung bestand darin, die konzeptionelle Arbeit der demokratischen Mitwirkung zu erschließen ohne sie gleichzeitig zu verhindern. Das soll erreicht werden über ein strukturiertes Feedback, einen formalisierten gesellschaftlichen Diskurs, der viel feingliedriger und unmittelbarer wirkt als der bekannte Prozess aus Verlautbarung, Medienecho, Stammtischdiskussion, Meinungsumfrage und Wahlergebnis. Wir gehen also davon aus, dass viele konkrete Vorschläge auch in Zukunft durch vergleichsweise kleine Teams erarbeitet und weiterentwickelt werden und halten dies nicht für kritikwürdig, solange sichergestellt ist, dass alle

  • Kenntnis erlangen,
  • durch Anregungen Einfluss auf die Weiterentwicklung eines Vorschlags nehmen,
  • bei Bedarf einen Alternativvorschlag einbringen und
  • an der abschließenden Abstimmung teilnehmen können.

 

Quelle: http://liquidfeedback.org/



Chaosradio Express zu Liquid Feeback

Verfasst von Kommentator (nicht überprüft) am 4. August 2010 - 10:44.

Quelle: http://chaosradio.ccc.de/cre158.html
Audio: http://chaosradio.ccc.de/archive/chaosradio_express_158_liquidfeedback.m...

Unter dem Stichwort "Liquid Democracy" hat sich die Idee des sogegannten Delegated Voting (oder auch Proxy Voting) in der Netzszene in der letzten Zeit größere Aufmerksamkeit erarbeitet. Im Umfeld der Piratenpartei ist für die tägliche politische Arbeit dazu ein Werkzeug namens LiquidFeedback entstanden, dass diese (und andere) Konzepte umsetzt und das kollaborative Erarbeiten von Ideen, Vorschlägen, Meinungsbildern, Abstimmungsvorlagen und andere strittige Dinge erlaubt. Mit dem System können Teilnehmer ihre Stimme direkt oder delegiert einbringen und ihre Delegation jederzeit zuteilen oder entziehen.

Im Gespräch mit Tim Pritlove erläutert Jan Behrens die Motivation, Hintergründe und technischen Details von LiquidFeedback, an dem er als Programmierer maßgeblich zu beigetragen hat. Dabei kommen allgemeine Fragen zur Konfiguration des Systems als auch spezielle Aspekte der Nutzung, Best Practice und Erfahrungen mit dem System zur Sprache.

Themen: Hintergründe von Liquid Democracy und Delegated Voting; wofür LiquidFeedback geeignet ist und wofür nicht; Aufteilung eines LF-Systems in Themenbereiche und andere Basiseinstellungen; wie man die Arbeit aufnimmt; an wen man delegiert und warum; Verfahrenstypen entwickeln und konfigurieren; Quoren für die Annahme von neuen Themen; Antragserarbeitung vs. freier Diskussion; Taktisches Abstimmen; Sinn und Aufgabe der mehrphasigen Antragsentwicklung; Unterstützung und bedingte Unterstützung von Anträgen; Delegation; Transparenz des Gesamtsystems; Abstimmungsquoren; Abstimmungen mit Präferenzen; wie Abstimmungen ausgezählt werden; Statistiken und Nutzerverhalten; Trollresistenz; Chancen und Risiken des Einsatzes von Online-Abstimmungsplattformen; Erkennen von Mißbrauch des Systems; Integration von LiquidFeedback in andere Umgebungen; andere und verwandte Abstimmungssysteme; Abstimmungspsychologie; Alternative Wahlsysteme; Wissenschaftliche Forschung an Wahlkonzepten.

Links zur Audiosendung:

Politik – transparent gestaltet

Verfasst von Flaschenpost (nicht überprüft) am 4. August 2010 - 10:36.

Bei welcher Partei kann man den politischen Selbstfindungsweg so transparent verfolgen, wie bei der Piratenpartei?

Siehe http://vorstand.piratenpartei.de/2010/07/30/protokoll-der-vorstandssitzu...
zum Thema: TOP - 3 Liquid Feedback
Hier sieht man, wie Liquid Feedback sich formt.

Nicht dagegen sondern mit mehr Zeit besser machen

Verfasst von Kommentator (nicht überprüft) am 5. August 2010 - 23:05.

So muss man die Entscheidungen interpretieren: http://www.netzpolitik.org/2010/piraten-vorstand-gegen-liquid-democracy/

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Herrschaftsfrei und Datenkontrolle

Verfasst von Schnittmenge am 6. August 2010 - 0:59.

Ich finde die Idee von Liquid Democrazy super!

Ich finde auch super, dass die Piratenpartei sich auf den Weg gemacht hat, diese Idee in Form von Liquid Feedback umzusetzen. Learning by doing.

Aus der Ferne sehe ich für Liquid Feedback folgende konzeptuelle Verbesserungspotenziale:

Herrschaftsfrei und Datenkontrolle
Solange Liquid Feedback über einen Server läuft, ist er manipulierbar. Man sollte sich Gedanken darüber machen, wie man eine dezentrale Struktur aufbauen könnte, das es keiner Macht auf der Welt ermöglicht Liquid Feedback zu manipulieren oder gar auszuschalten. Des Weiteren sollte jeder Teilnehmer im Besitz seiner Daten bleiben und selber entscheiden, wie viel er von seinen Daten veröffentlichen will.

Wie könnte das funktionieren?
Ganz grob: Man könnte so eine Art Liquid Feedback Resource Description Framework ( http://de.wikipedia.org/wiki/Resource_Description_Framework ) mit der entsprechenden Metasprache für Liquid Feedback entwickeln. Sodass jeder von seiner eigenen Webpage einen Antrag stellen könnte, in dem er die Liquid Feedback Metadaten, im Html Text versteckt. Verschiedene Ping-Server werden über neue Beiträge, Kommentare, Stimmen informiert, sodass alle Interessierte über eine Art RSS-Feed informiert halten können und entsprechendes Feedback geben können. Dieser Feedback läuft dann auch über die verschiedenen Ping-Server. Die internetweite verteilte Information wird immer beim Empfänger nach seinem Interessen zusammengestellt. Nur als real zertifizierte Personen kann an eine andere real zertifizierte Person seine Stimme übertragen.

Ich hoffe, dass ich Liquid Feedback bald mal kennenlernen kann, um zu überprüfen ob meine Ideen für die nächste Generation Sinn machen.

Fragen zu "Liquid Democracy" in der Piratenpartei

Verfasst von Aggregat7 (nicht überprüft) am 29. Juli 2010 - 23:30.

Elf Fragen:
1) Innerhalb politischer Parteien wird zunehmend ein Verlust an Basisdemokratie beklagt. Worin sehen Sie die Hauptursachen für diese Entwicklung?

2) Welche Rolle spielen die Medien bei dieser Entwicklung?

3) Welche Stellung hat die Basisdemokratie innerhalb der Piratenpartei?

4) Inwiefern kann das Potenzial des Netzes den fluiden Charakter der Partei verstärken?

5) Wie schätzen Sie das demokratische Potenzial des Netzes ein?

6) Was hat die Piratenpartei zur Einführung von Liquid Democracy bewegt?

7) Inwiefern beeinflusst die Parteigröße die Kommunikationsstruktur der Piratenpartei?

8) Was erwartet sich die Piratenpartei von dem neuen Konzept Liquid Democracy im Bezug auf die innerparteiliche Kommunikation?

9) Inwiefern bringt die Piratenpartei durch die Anwendung von Liquid Democracy andere Parteien in Zugzwang?

10) Welche gravierenden Probleme sind bisher im Umgang mit dem Konzept Liquid Democracy und der zugehörigen Software Liquid Feedback aufgetreten?

11) Wo liegen die zentralen Probleme bei der Einführung von Liquid Democracy als allgemeines Wahlverfahren?

ALLE ANTWORTEN SIND HIER ZU FINDEN: http://aggregat7.ath.cx/2010/07/29/fragen-zu-liquid-democracy-in-der-pir...

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