Menschenrechte sind keine Naturrechte!

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Verfasst von Schnittmenge am 18. Mai 2010 - 0:04.

Was sind Menschenrechte?

Menschenrechte ist ein persönliches Recht, das jedem Menschen gleichermaßen zusteht. Das Konzept der Menschenrechte geht davon aus, dass alle Menschen allein aufgrund ihres Menschseins mit gleichen Rechten ausgestattet und dass diese Rechte universell, unveräußerlich und unteilbar sind. Die Menschenrechte beziehen sich auf die Idee des Naturrechts
 
 
Was ist ein Naturrecht?
Von Natur aus: unveräußerliche Rechten, wie Recht auf Leben und persönlicher Freiheit 
DOCH die Natur als kritischer Bezugspunkt ist KONSTRUIERT. In der Natur herrscht eine natürliche Selektion, die bestimmt wer überlebt und wer nicht. In der Natur gibt es kein Recht aufs Überleben.
 
Menschenrechte können zwar nicht aus der Natur des Menschen begründet werden, jedoch können wir das Konstrukt „Menschenrechte“ als Schutz vor Akten der Barbarei rechtfertigen. 
=>  Menschenrechte sind das Ergebnis eines Erfahrungsprozesses.
 
 
Wie sieht dieser Prozess der Erfahrungen aus?
  • Goldene Regel: „Behandle andere so, wie du von ihnen behandelt werden willst.“
  • Griechische Philosophen (500 v. Chr.) dachten die Idee der Menschenrechte jedoch meinte man nur Männer. Frauen und Sklaven gehörten nicht zu den Menschen. - Aristoteles
  • Der römische Staatsmann Cicero (50 v. Chr.) erklärte  die Sklaverei für unabdingbar, da die Verrichtung bestimmter Arbeiten      eines freien Bürgers unwürdig sei. => nur für bestimmte Menschen gültig
  • Ketzer (Mittelalter) besaßen kein Recht auf Leben und Eigentum. => der „wahre Glaube“
  • Humanismus (15. Jahrhundert). Sie erstrebte die Befreiung von Kunst und Wissenschaft aus den Fesseln der Kirche.
  • Niccolò Machiavelli (zu Beginn des 16. Jahrhunderts) erstellt die Staatsinteressen, vor Recht und Moral. => Ziel heiligt die Mittel
  • Im 16. Jahrhundert entstand die Idee der Souveränität eines Staates. 
  • Thomas Hobbes verglich den Menschen in seinem Naturzustand mit einem Wolf; die Anwendung seiner Freiheiten müsse      zwangsläufig zu einem "Krieg aller gegen alle" führen. Daher sei die Übertragung aller Rechte an einen Herrscher zum Schutz des Menschen lebensnotwendig. Gemeinsames Interesse => Gesellschaftsvertrag 
  • John Locke: Eine Regierung ist nur dann legitim, wenn sie die Zustimmung der Regierten besitzt und die Naturrechte Leben, Freiheit und Eigentum beschützt. Schutz vor Machtmissbrauch => Gewaltenteilung (Charles de Montesquieu)
  • Jean-Jacques Rousseau: Sich seinen eigenen Gesetzen unterwerfen => Volkssouveränität
  • Immanuel Kant: Nicht der Wille des Einzelnen sondern der Vernunft der Allgemeinheit => Vernunft
  • Adam Smith: Die Fähigkeit uns an die Stelle des anderen Menschen zu setzen. => Mitgefühl
 
  • Im 18 Jahrhundert wurde die Idee der Menschenrechte in den ersten Staatsverfassungen (Amerikanische Verfassung 1787 und die Französische Revolution 1789) verkündet.
  • Zweiter Weltkrieg
  • Die 1948 von den Vereinte Nationen „Allgemein Erklärung der Menschenrechte“ haben keine bindende Wirkung. (Allgemeine Erklärung der Menschenrechte: http://de.consenser.org/node/2264  )
  • Seit dem wird, versucht die  Menschenrechte weltweit zu positivieren, dabei spaltet sich die Menschenrechte in verschiedene Dokumente und die Welt in unterschiedlichen Geschwindigkeiten derer legalen Umsetzungen. 
  • 1966: Von den Vereinten Nationen wurden am 19. Dezember 1966 zwei völkerrechtlich verbindliche Menschenrechtskonventionen verabschiedet, der „Internationale  Pakt über Bürgerliche und Politische Rechte“ („Zivilpakt“) und der „Internationale Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte“   („Sozialpakt“). Beide Abkommen treten 1976 in Kraft, wurde aber noch nicht von allen ratifiziert und es gibt keine richterliche Macht um, die zu oft politischen Entscheidungen /Blockierungen des UN-Menschenrates (2006) durchzusetzen.
 
 

Wie sieht es HEUTE mit den Menschenrechten aus?

Sind die Menschenrechte universell?
Nein, es gibt verschiedene Interpretationen der Menschenrechte. Z. B. Arabische Charta der Menschenrechte: http://de.consenser.org/node/2267
Die Menschenrechte sind höchsten auf dem Weg zur Universalisierung.
 
Sind die Menschenrechte unveräußerlich?
Die Menschenrechte werden veräußert, es gibt nach Amnesty International in 2009 noch 58 Staaten, die noch nicht die Todesstrafe abgeschafft haben. Nicht nur Amerika und China verletzten die Menschenrechte. (http://de.consenser.org/node/2278)
 
Sind die Menschenrechte unteilbar?
Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte sind in verschiedene internationale Pakte aufgeteilt und haben unterschiedliche Geschwindigkeiten in deren Ratifikation. In Europa gibt es ein europäisches Gerichtshof für Menschenrechte, wo Bürger und Staaten Menschenrechte einklagen können. Die Einrichtung eines weltweiten Gerichtes ist politisch blockiert, deshalb hat meistens die Souveränität eines Staates noch Vorrang vor der Einhaltung der Menschenrechte. 
Jedoch werden die Menschenrechte dazuverwendet, um ökonomische Interessen zu verdecken und so kriegerische Eingriffe zu rechtfertigen. Auf der anderen Seite war die internationale Gemeinschaft zu träge, um Völkermorde zu verhindern (z. B. Ruanda und Darfur ).

 



Menschenrechte sind keine Naturrechte

Verfasst von Monika Koch (nicht überprüft) am 3. März 2012 - 21:19.

Mit den Menschenrechten schaut es innerhalb der BRD duster aus. Jeden Bericht über Verstöße weigert man sich anzuschauen, da "in einem Rechtsstaat" angeblich automatisch die Menschenrechte garantiert sind. Daher kommen ausschließlich Lobbygruppen beim Menschenrechtskommissar des Europarats, beim Deutschen Institut für Menschenrechte, etc. zu Wort. Individualbeschwerden werden überall abgewiesen. Auch den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte kann man als Laie vergessen, die formalen Hürden sind praktisch unüberwindlich. Die Beschwerden werden weggeworfen, anstatt sie zu dokumentieren und somit einen wahren Bericht über die europäischen Menschenrechtsverletzungen anzufertigen.
Ich glaube schon lange nicht mehr an die Menschenrechte, da in der BRD die Justiz und die Jugendämter ständig menschenverachtend agieren. Es ist Ablenkungspolitik, in fremden Ländern auf die Einhaltung der Menschenrechte zu pochen, aber im eigenen Land alle gegen Willkür Hilfesuchenden abzuwimmeln und auf den Rechtsweg zu verweisen, obwohl doch permanent das niedergeschriebene Recht gebeugt wird. Die BRD ist reich, daher sind die Leute zufrieden, aber Freiheit gibt es hier nicht für alle.
Ansonsten stimmt der Bericht "Menschenrechte sind keine Naturrechte", wobei ich es so zusammenfassen würde: Die Menschenrechte unterscheiden die Menschen von den Tieren/der Natur. Und ich betone, es ist positiv, wenn andere Kulturen ihre eigenen Wertvorstellungen haben, es müssen nicht immer die europäischen Werte allen übergestülpt werden.

Menschenrechte sind keine Naturrechte !

Verfasst von MaiYamai (nicht überprüft) am 17. Februar 2012 - 4:53.

Ich stimme voll und ganz zu. Ehrlich: Wie groß ist denn wohl der Unterschied zwischen den Menschenrechten auf dem Papier und denen
in der Praxis ? Der ist gewaltig ! Also kann es nur so sein, dass sie zurzeit gar nicht unveräußerlich, unantastbar, unteilbar und
universell, und schon gar nicht erst NATÜRLICH sind ! Sie sind wie gesellschaftliche Normen und Regeln, die gegeben sind, um unser
Zusammenleben entsprechend zu organisieren. Nichts weiter ! Der Aberglaube der Natürlichkeit entstammt der Aufklärungszeit, wo man
mit dieser Behauptung den monarchischen Despoten eins auf die Rübe setzen wollte. Oder hat man jemals Wissenschaftler, wie Archäologen beispielsweise, sagen hören, dass sie eine Aufzeichnung oder ein Dokument gefunden hätten, in denen die HÖHLENMENSCHEN der Steinzeit, vor mehreren tausend Jahren (!), bereits Menschenrechte, wie Redefreiheit, Medienfreiheit usw. niedergeschrieben hätten ? Hat man jemals ein solches Dokument bei Ausgrabungen von DINOSAURIER-Knochen gefunden ? NEIN !!!! Und warum ? Na ganz einfach: Weil die Menschenrechte nicht von Natur aus gegeben sein können. Denn wenn sie es wären, hätte es sie bereits VOR den Menschen gegeben, wie jedes andere Naturrecht auch, aber das hat sie nicht !
Sie sind einfach ein Produkt menschlichen Denkens, urtümlich in der Antike gefasst worden, und haben sich durch einen Erfahrungsprozess über die Jahrhunderte weiterentwickelt. Man musste also verbrecherische Fehler in der Geschichte begehen,
um daraus zu lernen !
Und so entstanden die Menschenrechte MEINER MEINUNG NACH. Und alles, was konstruiert oder erdacht ist, ist kulturell, und alles kulturelle, also alles, was mit Kultur in Verbindung steht oder Kultur ist, ist also konstruiert, und NICHT, ich betone NICHT NATÜRLICH ! Also sind die Menschenrechte kultureller Herkunft, NICHT natürliches Herkunft.
Und solange es nicht, in gewisser Hinsicht, eine weitestgehend einheitliche postmoderne oder futuristische Kultur auf der Erde gibt
(die theoretisch gesehen durchaus umsetzbar ist), wird es KEINE universellen, unveräußerlichen, unteilbaren Menschenrechte geben.
Und schon gar nicht erst NATÜRLICHE. Die wird es nie geben. Die hat es nie, gibt es jetzt nicht und wird es nie geben.
VIELEN DANK FÜR IHRE UNGETEILTE AUFMERKSAMKEIT.
Y.M.

0.o

Verfasst von Kommentator (nicht überprüft) am 3. September 2010 - 14:19.

o.O
D

Papier ist geduldig

Verfasst von Kommentator (nicht überprüft) am 6. August 2010 - 8:52.

Das wird mit dem Menschenrecht auf Wasser nichts anderes sein. Zwischen Theorie der Menschenrechte und deren Umsetzung klafft ein tiefer Abgrund.

Aber gibt es eine Alternative zu den Menschenrechten?

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