Die globale ökologische Wende als Durchbruch der menschlichen Natur im Psychischen

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Verfasst von Lutz am 18. April 2009 - 9:05.

Nachdem ich die Frage von Daniel Juling beantwortet habe, warum ich eine baldige radikale Veränderung unserer Welt in Richtung Fortschritt für möglich halte, sei dem noch einiges hinzugefügt. Zuerst wird ein Text eingefügt, den ich für ein Forum "Solidarische Ökonomie" schrieb und in den seinerseits ein Text eingefügt ist, den ich für besonders einfügenswert halte:

"Es ist kein Zufall, dass Menschen bisher regelmäßig ein Denken über die biologischen Grundlagen ihrer eigenen Bedürfnisse vermeiden, obwohl das der zentrale Punkt ist, in dem nicht nur eine solidarische Ökonomie erfolgreich ansetzen kann, sondern in dem sich überhaupt die Lösung der gegenwärtigen Existenzkrise der Menschheit befindet. Ich ... füge "die Lösung aller Probleme" in einer besonders kurzen Fassung ein, die am 04.09.07 für das Forum der ZDF-Sendung Nachtstudio entstand:
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“Die Lösung des Mensch-Umwelt-Problems, ... , läßt sich wie folgt aus den Antrieben unseres Handelns herleiten und kurz aussprechen:

Als Säugetiere sind wir von zwei Kategorien von Bedürfnissen angetrieben. Die organischen Grundbedürfnisse sind auf die Einhaltung von Sollwerten gerichtet, wie optimaler Wassergehalt des Körpers, optimaler Nahrungsgehalt in den Körperflüssigkeiten, optimale Körpertemperatur oder optimaler Blutdruck. Sie sind wohlbekannt und haben zu tun mit Durst und Hunger, oder bei Sommerhitze mit dem Drang, den Schatten eines Baumes aufzusuchen. Die zweite Kategorie, die höheren Bedürfnisse, werden speziell beim Menschen auch die produktiven genannt. Sie sind auf das Abarbeiten der Verhaltensprogramme gerichtet und treiben an zu den lebenserhaltenden Aktivitäten wie zu Jagd, Nahrungsbevorratung, Nestbau, Brutpflege, sozialen Beziehungen, sexuellen Interaktionen, zum Lernen oder zur Orientierung in neuer Umgebung.
Aber während z.B. die mit uns ziemlich verwandten Eichhörnchen ihre Verhaltensprogramme recht starr abarbeiten, wenn diese durch den jeweiligen Schlüsselreiz eingeschaltet sind, können wir im Zusammenhang mit unseren erweiterten Großhirnleistungen außerordentlich flexibel damit umgehen. Wir können sie gewissermaßen in Teilprogramme zerlegen und diese frei neu kombinieren und sehr weit an konkrete Situationen anpassen. Wir können somit Klavierstücke einüben oder völlig neu entwickelte Spezialtätigkeiten ausführen. Dadurch sind wir eher in einer ständigen allgemeinen Aktionsbereitschaft und weniger periodisch immer wieder zu bestimmten Handlungen getrieben, die wir lange nicht durchgeführt haben.

Schlußfolgerung:
Menschen sind als Säugetiere autonom in dem Sinne, daß sie gewissermaßen Lust zu allen Anstrengungen haben, die für ein auch ansonsten befriedigendes Leben erforderlich sind. Arbeit ist normalerweise die Befriedigung der produktiven Bedürfnisse und es gibt daher keinen Grund, sich um die Arbeitsergebnisse zu bekämpfen. Es ist nutzlos, andere Menschen auszunutzen oder auszubeuten, weil der eigene Antrieb überall vorhanden ist, selber für sich erfolgreich die Mühsal und die Leiden des Lebens auf sich zu nehmen, z.B., um Selbstbestätigung zu erlangen.
Außerdem löst sich durch die Flexibilität und Vielfalt unserer konkreten Handlungsmöglichkeiten die Problematik von Rangstreben, Revierverteidigen und anderen sozialen Konfliktherden auf. Es gibt geradezu unendliche viele und vielfältige Möglichkeiten, das Leben konkret befriedigend zu gestalten. Daher kann jede Situation immer im Einklang mit den natürlichen Lebensgrundlagen immer wieder so gestaltet werden, daß alle Beteiligten zufrieden sind. Damit sind die Gründe dafür benannt, daß alle Feindseligkeiten der Menschen entfallen können.”
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Leider sind wir Menschen traditionell noch immer in einem Teufelskreis gegenseitiger Bekämpfung und Kränkung befangen, der sich vor allem deshalb immer wieder reproduziert, weil er gleichzeitig eine systematische gegenseitige Blockierung des Denkens bedeutet, gerade wenn es um die biologischen Grundlagen unserer eigenen Interessen geht. So bleiben wir gewissermaßen in der alten psychischen Verfassung von dressierten und sich selbst dressierenden Affen befangen.

Ich möchte erreichen, dass wir aus diesem Teufelskreis ausbrechen, indem wir anfangen, über die Natur unserer Interessen nachzudenken und zu diskutieren. Das soll hier als meine erste, ziemlich spontane Meinungsäußerung auf Consensers.org genügen.



Bild von Schnittmenge

Nach dem Sie eine Gruppe zu

Verfasst von Schnittmenge am 19. April 2009 - 2:14.

Nach dem Sie eine Gruppe zu diesem Thema aufgemacht haben, geht unsere Gespräch dort weiter: http://de.consenser.org/node/1896