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Verfasst von Schnittmenge am 23. Dezember 2008 - 2:38.

Was sind die Stellschrauben der Welt?

1. Politik

Das Problem der Welt Politik ist, dass nicht nach eindeutigen Prioritäten gehandelt wird. Die vorhandenen Machtstrukturen verbrauchen zu viel Kraft und führen zu fragwürdigen Ergebnissen. Wir brauchen ein besseres System, wo an erster Stelle steht, was 99,99% aller Menschen wollen.

 

2. Firmen

Die meisten Firmen sind durch Gewinnmaximierung getrieben. Doch können auch die Quelle von Glück und Wohlstand sein.

 

3. Technischer Fortschritt

Der technische Fortschritt hat die Welt am meisten beeinflußt, ohne dass dies ihr primäres Ziel war. Wo wären wir heute ohne Strom, Motor, Telefon, Computer? Der technische Fortschritt hat den größten Einfluss auf unsere Welt. Wir sollten die Macht dieser Stellschraube nutzen und durch den zielgerichteten Einsatz von Technik für eine bessere Welt sorgen. Doch wer bestimmt den Einsatz von Technik? Wie soll eine bessere Welt aussehen?

 

4. Der Zusammenschuss von Menschen

Nur durch die Schaffung gemeinsamer Ziele können wir Kräfte bündeln. Nur durch eine zielorientierte Strukturbildung können wir die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass das Eintritt, was ein Zusammenschluss von Menschen wollen. 

 

Je klarer das Ziel, je mehr Menschen das Ziel verfolgen und je besser die Strukturen, desto mehr Einfluss hat dieser Zusammenschluss von Menschen auf Politik und Wirtschaft. 



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Die Kulturgeschichte der Macht und die neuen "Stellschrauben"

Verfasst von Lutz am 18. April 2009 - 20:34.

Die heutigen Machtstrukturen beruhen auf dem traditionellen gleichzeitigen Benutzen einer destruktiven und einer konstruktiven Machtkomponente, das noch von den gewöhnlichen Säugetieren überliefert ist, von denen wir abstammen. Daraus ergeben sich der erwähnte Kräfteverschleiß und die fragwürdigen Ergebnisse der Politik.

Ein Mensch kann konstruktive Macht ausüben, indem sein Handeln die Befriedigung und die Lebensfreude von Menschen fördert oder indem es Schmerzen oder Gefahren von Menschen abwendet.
Dagegen beruht destruktive Macht auf der Fähigkeit, anderen Menschen zu drohen oder sie tatsächlich zu schädigen. So wird zum Beispiel Erpressung möglich. Und Korruption ist zwar eine freundliche Zuwendung, aber sie dient dazu, andere an Verbrechen zu beteiligen, und das bedeutet, dass damit andere Personen dazu bewegt werden, destruktive Macht zu unterstützen und zu verstärken. Allein die Benutzung der destruktiven Machtkomponente durch die Mitglieder einer Gesellschaft kann eine Diktatur ermöglichen und dafür sorgen, dass sich überproportional viel Macht in den Händen weniger einzelner Personen konzentriert. Denn allein die Unberechenbarkeit der Gefahr durch Geheimdienste oder Denuzianten kann die Menschen dazu bewegen, sich entgegen ihren eigenen Neigungen geschlossen dem Willen eines einzelnen Diktators zu unterwerfen.

Es ist heute an der Zeit, die destruktive Machtkomponente als völlig nutzlos für jeden einzelnen Menschen zu entlarven, und zu zeigen, dass sie beim heutigen Stand der Technik zudem zum absoluten Verhängnis für alle Menschen gleichermaßen werden würde, wenn sie noch lange weiter benutzt werden würde. - Auch dies erfordert eben konstruktive Macht und kann zudem allein durch konstruktive Macht bewerkstelligt werden.

Die ökologische Wende als globaler Symmetriebruch wird bedeuten, dass die destruktive Machtkomponente plötzlich von keinem Menschen mehr benutzt wird, weil sich sehr schnell weltweit herumspricht, dass sie eben nur nutzlos und verderbenbringend zugleich ist.

Die konstruktive Macht hat ihren Ursprung in der Lebensfähigkeit der Säugetiere und in ihrer Möglichkeit zur sozialen Zuwendung. Die beiden grundsätzlichen Verhaltensmöglichkeiten der Säugetiere gegenüber Artgenossen sind freundliche Zuwendung (z.B. gegenseitige Fellpflege) und soziale Abstoßung (Aggression). Diese Grundlagen habe ich vor allem aus den Werken von Irenäus Eibl-Eibesfeldt ("Liebe und Hass", "Die Biologie des menschlichen Verhaltens" u.a.) kennengelernt. Die destruktive Machtkomponente der Menschen führe ich auf die "soziale Abstoßung" zurück. Bei gewöhnlichen Säugetieren gehören diese beiden grundsätzlichen und einander entgegengesetzten Verhaltenstendenzen zur normalen Regulierung des Zusammenlebens, und sie bilden da nach Eibl-Eibesfeldt eine funktionelle Einheit.

Bei uns Menschen wird diese funktionelle Einheit in Zukunft wieder ausschließlich nur im ursprünglichen Kleingruppen- und Nahbereich völlig harmlos funktionieren können, indem natürlich jemand kurzzeitig aggressiv reagieren kann, etwa wenn ihm aktuell jemand aus Unachtsamkeit einen Schmerz zugefügt hat. Aber in den gesellschaftlichen Großzusammenhängen wird die destruktive Machtkomponente völlig entfallen, sobald einige Menschen es geschafft haben, eine Diskussion in Gang zu bringen, in deren Selbstlauf schließlich alle Menschen weltweit hinreichend begriffen haben, wie die Natur ihrer Interessen und ihrer Macht funktioniert.
Dann werden in der Welt auch alle "Stellschrauben" unwirksam, über die Menschen gegen ihren Willen zu etwas gezwungen werden könnten, weil sich niemand mehr davon beeindurcken lässt und weil niemand solche "Stellschrauben" benutzen will. Ordnung der Gesellschaft ergibt sich dann nur noch durch Konzentration auf gemeinsame Ziele und nicht mehr außerdem noch durch Drohung, etwa mit Atomwaffen. Das natürliche gemeinsame grundsätzliche Ziel für die Menschheit ist immer wieder ein möglichst befriedigendes Leben für jeden einzelnen Menschen, und das kommt heraus, sobald das Denken frei ist von der traditionellen, aus dem Tierreich überlieferten gegenseitigen Störung.

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Ihr Modell hat viele

Verfasst von Schnittmenge am 19. April 2009 - 1:03.

Ihr Modell hat viele Parallelen mit meiner Vision einer Gemeinsamen Bewusstseinskultur. Beide stellen die Wichtigkeit gemeinsamer Ziele heraus und beide gehen von der Notwendigkeit einer Diskussion aus, die zu einem neuem Bewusstsein führen soll.

Was halten Sie von den Zielen einer Gemeinsamen Bewusstseinskultur? Link: http://de.consenser.org/node/1733
Wie wollen Sie die Diskussion zielführend in Gang bekommen?

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Gemeinsame Bewusstseinskultur - ja, sowas brauchen wir.

Verfasst von Lutz am 17. Mai 2009 - 18:31.

Irgendwie sind wir uns da grundsätzlich einig, vor allem auch darin, dass gemeinsame Ziele sehr wichtig sind und dass eine Verständigung darüber nötig ist. Eben las ich den Text von Thomas Metzinger dazu und finde darin die gegenwärtige Situation außerordentlich treffend beschrieben.

Nun bin ich dagegen ganz und gar kein akademischer Philosoph, sondern ein geradezu barbarisch praxisbezogener Alltags-Denker, der immer an die Notwendigkeit von einfachen praktikablen Resultaten der großen Wissenschaft (die erst das Komplizierte sieht und dann genial-einfache Lösungen finden soll) für die Anwendung durch Jedermann bzw. Jedefrau geglaubt hat. Deshalb war die (zunehmend chaotische) Situation, die Thomas Metzinger für die unmittelbare Gegenwart beschrieb, vor vielen Jahren (vor allem gegen 1968...1975) für mich vom Gefühl her absehbar; sie war zunehmend eine Horrorvision und war bald kaum noch auszuhalten. Diese Situation war für mich vor allem Ausdruck einer existenziellen (ökologischen) Menschheitskrise und ich glaubte an die Notwendigkeit einer kreativen Leistung, die uns eine praktisch nutzbare Ordnung in diesem Chaos erkennen lassen müßte.

Mich zwang ein Erwartungsdruck vor allem aus der Eltern- und Lehrergeneration dazu, diese Ordnung als Ausweg aus der ökologischen Krise zu suchen und ich ging gleichzeitig auch davon aus, dass diese Suche eine allgemeine Bürgerpflicht sei. Das war auch eine Fremdbestimmung, die schließlich das entscheidende Hindernis blieb, das mich im Jahr 1975 noch davon abhielt, diesen Ausweg zu finden, den ich als "Lösung des Mensch-Umwelt-Problems" auf consenser.org (zwei Mal) in eigene Texte eingefügt habe. Diese Fremdbestimmung gegen Ende 1975 abzuschütteln, war eine psychische Revolution, auch ein in Zukunft sicherlich "normaler" Schritt des Erwachsenwerdens, der den Weg zu der nötigen kreativen Leistung frei machte.

Seitdem glaube ich, dass auch wir als Menschen von Natur aus im Prinzip immer wieder dieselben Ziele haben wie alle Säugetiere. Wir müssen unseren säugetier-typischen Trieben folgen und immer wieder unsere säugetier-typischen Bedürfnisse befriedigen, die aus einer herkömmlichen menschlichen Sicht überraschend einfach und bescheiden sind. In einem Beitrag auf Consenser.org über das, was "99% aller Menschen wollen" (genau kann ich das von hier aus nicht lesen) fehlt zusätzlich zu Essen, Trinken usw. zum Punkt Entspannung im wesentlichen nur der entscheidende Aspekt, dass wesentliche Entspannung (Befriedigung) nur durch produktive (lebenserhaltende) Aktivität (wie Nahrungsbeschaffung, Brutpflege usw.) erreichbar ist. Wir sind von Natur aus auch getrieben, selber die Anstrengungen und Leiden erfolgreich durchzustehen, die auch für ein ansonsten befriedigendes Leben nötig sind: Ausbeutung anderer lohnt sich nicht und schadet nur der eigenen Gesundheit.

Was uns von den anderen Säugtieren und von den Vögeln (die ähnliche Antriebe und entsprechend ähnliche mögliche Ziele haben) unterscheidet, dürfte vor allem die größere intellektuelle Leistungsfähigkeit sein (verbunden mit anatomischen Merkmalen wie größerer Beweglichkeit der Finger oder Handlungsfreiheit der Hände durch aufrechten Gang), die zur Anhäufung von immer mehr Wissen und immer wirksamerer Technik in einer Kulturgeschichte geführt hat.

Bisher sind wir schlicht und einfach immer wieder systematisch über unsere eigene (evolutionsgeschichtlich neue) größere Intelligenz gestolpert und haben uns mit der längst nutzlosen und verhängnisvollen Tradition der gegenseitigen Bekämpfung immer tiefer in Systeme von Irrtümern und Mißverständnissen über unsere eigenen Natur verwickelt, die wir aber ziemlich plötzlich zum Einsturz bringen können.

Das fällige, radikal neue Menschenbild, das durch eine "sehr kreative" Erkenntnisleistung bald in allen menschlichen Köpfen zustande kommen dürfte, wird erstens einfach sein und uns unsere "bescheidenen" Säugetier-Ziele erkennen lassen, für deren immer wieder ersehntes Erreichen (im Prinzip immer dieselben Zyklen von immer wieder aufkommenden Begierden und anschließenden Befriedigungen) wir weit mehr als genug intellektuell "ausgerüstet" sind. Zweitens wird das radikal Neue daran sein, dass diese Erkenntnis uns gleichzeitig offenbart, dass wir als Menschen natürliche Verbündete im Leben sind und überhaupt keinen Grund haben, uns weiter gegenseitig das Leben zu erschweren oder gar zu verderben.

Die Diskussion darüber dürfte "zielführend in Gang kommen", einfach indem einige Menschen und nach und nach immer mehr Menschen solche Überlegungen mehr und mehr einleuchtend finden und immer mehr durch ihre Diskussionen dazu beitragen, dass sie bald überall in der Öffentlichkeit weiter diskutiert werden. Wo ich selber die Initiative dazu ergreife, weiß ich nicht, wie lange es noch dauert, bis überall das Interesse dafür zum Durchbruch kommt. Aber dass andere Menschen irgendwo auf der Erde, vielleicht in Australien, in China oder auf Island, eine entsprechende Diskussion schon erfolgreich in Gang gebracht haben, das könnte jeden Tag in den "Tagesthemen" gemeldet werden. Damit könnte ich also jeden Tag rechnen, so wie jeder Mensch heute nach dem 9. November 1989 damit rechnen kann, dass sich irgendwie noch einmal von einer Stunde zur anderen "eine Mauer öffnet" und sich die Welt verändert.

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Kräfte bündeln

Verfasst von Schnittmenge am 20. Mai 2009 - 11:10.

Sehr geehrter Herr Lutz von Grünhagen,

wenn es in einem System an die Dichteschwelle annähert, zerfällt es, oder es tritt eine höhere Organisationsstufe ein (Frederic Vester). Sie verwenden das Bild des Mauerfalls von 1989. Ein schöner Vergleich!

Doch am Ende sind das alles Modelle. Es geht weniger um die Wahrheit, ob das Licht ein Teilchen oder eine Welle ist, sondern darum, dass ein bestimmtes Problem mit dem Model „Licht als Teilchen“ einfacher zu lösen ist, wie bei einem umgekehrten Fall.

Der Erfolg eines Modells, wozu ich Ihre Theorie von dem globalen Symmetriebruch sowie auch meine Vision einer Gemeinsamen Bewusstseinskultur sehe, liegt am Mehrwert was ein Anwender bei der Benutzung des Modells erreicht.

Eine Kommunikationsstrategie wie man diesen Mehrwert am besten vermittelt, denke ich, wäre ein Ansatz andere von Ihrem Model vom globalen Symmetriebruch näher zubringen.

Was meinen Sie dazu? Wo sehen Sie den Mehrwert bei der Anwendung des Models vom globalen Symmetriebruch für seine Benutzer? Wie könnte man diesen Mehrwert am Besten vermitteln?

Ich vertrete die Meinung, dass unsere in verschiedenen Kontexten eingebundenen und historisch gewachsenen Sprachen nicht geschaffen sind, um das Bewusstsein zu bilden, das für ein zielführenden Diskurs im Sinne eines positiven globalen Symmetriebruchs brauchen. Sie haben von dieser Problematik an verschiedenen Stellen gesprochen.

Deshalb muss zuvor zielorientiert eine entsprechende Sprache entwickelt werden. Für die Herausforderung zur Bildung einer Gemeinsamen Bewusstseinskultur (http://de.consenser.org/node/1733) bedeutet das:
Wie muss eine Sprache (Kommunikationswerkzeug "Schnittmenge") gestaltet werden, damit in der Welt
a) der ideologische Kampf entschärft wird,
b) eine pragmatische Leidensreduzierung priorisiert wird und
c) die Schwarmleistungszahl (http://de.consenser.org/node/1735) der Weltgemeinschaft erhöht wird?

Ziel dieser Entwicklung ist die Steigung der Diskurs-Effektivität. Ich würde mich sehr freuen, wenn wir für diese Entwicklung unsere Kräfte bündeln könnten.

Ich bitte Sie deshalb Ihre Ansichten zu folgenden Diskursen durch Meinungsbeiträge zu äußern:

Was wollen 99,99% aller Menschen? http://de.consenser.org/ger/consenser/789
Was haben 99,99% aller Menschen gemeinsam? http://de.consenser.org/ger/consenser/950
Freier Wille http://de.consenser.org/ger/consenser/795

Vielen Dank für Ihre Unterstützung.

Saludos,
Daniel

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bündeln der Kräfte

Verfasst von Lutz am 22. Mai 2009 - 14:48.

Sehr geehrter, lieber Daniel Juling,
irgendwie dürfte es hier durchaus gelingen, dass wir unsere Kräfte mit Erfolg bündeln, aber wie das maschinell konkret mit der Computervernetzung und dem Zählen von Stimmen funktionieren kann, bleibt mir noch vollkommen rätselhaft. Es könnte zum Beispiel geschehen, dass gerade Texte, die von vielen als besonders wichtig angesehen werden, nur wenige Stimmen bekommen, weil sie auch besonders kritisch gelesen werden und weil viele somit gerade einem Text, den sie für besonders wichtig halten, ihre Stimme versagen, wenn aus ihrer Sicht ein einziger geringfügiger Fehler darin ist. Und trotzdem lasse ich mich durch diese Unklarheit nicht davon abhalten, hier mitzumachen, auch wenn das ein "learning by doing" ist, in dem vorerst noch lange nur die herkömmlichen Erfahrungen mit Kommunikation mein Handeln bestimmen dürften.

Der Informatiker Prof. Klaus Fuchs-Kittowski hat in der DDR mal gesagt, eine Informationsverarbeitungsmaschine könne keine Informationen verarbeiten, so wie auch eine Lesebrille nicht lesen kann. Das beeindruckt mich bis heute. Informationsverarbeitungsmaschinen sind geeignet zur Transposition von Syntaxstrukturen, aber das eigentliche Denken, also das "Verarbeiten von Informationen" halte ich bis heute noch für ein Privileg unserer lebendigen Gehirne. Vielleicht wäre es sogar gefährlich, wenn Maschinen uns da "eines Tages" wirklich die Arbeit abnehmen würden. Denn noch immer funktioniert "Die Weisheit der Vielen" (James Surowiecki) als "natürlich" gewachsenes Zusammenspiel mit "historisch gewachsenen Sprachen" verblüffend gut und könnte durch "künstliche" Eingriffe mit neuen Technologien gefährlich gestört werden. Andererseits stecken solche neuen Technologien m.E. noch so sehr in den Anfängen, dass ihre zufälligen "Störeffekte" in den nächsten Jahren eher die Kreativität und die Innovationen fördern dürften, die im "natürlichen" Zusammenspiel der Gehirne überlebenswichtig sein könnten. So weit an dieser Stelle.
Saludos,
Lutz

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Ein Privileg unserer lebendigen Gehirne

Verfasst von Schnittmenge am 22. Mai 2009 - 23:31.

Sehr geehrter Herr Lutz von Grünhagen,

ein Consens hat die Zustimmung aller Diskursteilnehmer, deshalb kann er von jedem bearbeitet werden.

Doch die Voraussetzung zur Bildung eines Consens ist das gegenseitige Verstehen. Dieses Verstehen kann keine Maschine erzeugen, sondern kann nur durch Interaktion erreicht werden. Der Mensch ist gefragt. Consenser.org ist ein selbstregulierendes System, das den Prozess der Consensbildung unterstützt. Die Triebkraft ist das Eigeninteresse der Teilnehmer und die Qualität der Ergebnisse werden um so besser, je mehr aktive Akteure an einem Diskurs teilnehmen. Es ist ein System einer verteilten Redaktion, die voneinander lernt und sich gegenseitig kontrolliert. Ein internetweites Feedbacksystem, wo Information aus dem Internet eingebunden werden kann und neue Information von Consenser.org per RSS-Feed abonniert werden kann.

Der Weg zu einem Consens, kann sehr lange sein, doch auf dem Weg lernen wir uns gegenseitig kennen. Ein Meinungsbeitrag stellt die persönliche Ansicht eines Autors da. Diese Meinung kann man per Kommentar diskutieren. So wie wir das machen. Dies Interaktion ist gedacht, um jemand von etwas anderem zu überzeugen, oder Gemeinsamkeiten festzustellen.

Ein Kommentar ist die unterste Stufe in der Suche nach Consens, deshalb wird ein Kommentar im Diskurs-Consenser nicht angezeigt. Ein Meinungsbeitrag ist die unterste Stufe im Diskurs-Consenser. Die Stimmen, die man vergeben kann, ist ein demokratisches Element, um die Beiträge nach der Akzeptanz zu ordnen.

Doch mehr Gewicht, als eine Meinung (rot umrahmt) und deren Punkte hat der Standpunkt (blau umrahmt) einer Gruppe. Es handelt sich um den Consens aller Gruppenmitglieder. Die Diskussionen innerhalb und zwischen den Gruppen wird im Diskurs-Consenser nicht angezeigt, so wie die Kommentare bei den Meinungen.

Wie gesagt, die Ergebnisse werden ums so besser, je mehr aktive Akteure ein Diskurs hat. Denn aus vielen Meinungen entstehen wenigere Gruppen, die interagieren und so verdichten sich verschiedene Sichtweisen auf ein paar Standpunkte pro Diskurs. Auch wenn es keinen Consens geben sollte, so haben doch alle bei der Suche nach Consens voneinander gelernt und die wichtigsten Standpunkte zu einem Thema haben sich herauskristallisiert.

Consenser.org verarbeitet keine Information sondern ist die beste praktische Annäherung an die ideale Sprechsituation aller Jürgen Habermas. Sie ist herrschaftsfrei, offen für jeden, jeder ist gleichberechtigt, ortsunabhängig, zeitunabhängig, fehlerresistent (bei hoher Teilnehmerzahl) und die „Wahrheit“ innerhalb einer Sprachkultur wird sich durchsetzen.

Consenser.org ist ein Werkzeug. Worauf jemand seine und andere Kräfte bündeln möchte, liegt bei jedem Selbst. Ich freue mich über jede Aktivität.

Jedoch mein Ziel ist die Entwicklung der Voraussetzung (Kommunikationswerkzeug Schnittmenge), damit sich eine überhaupt eine Gemeinsame Bewusstseinskultur bilden kann. In den nächsten Monaten arbeite ich ein Konzept dazu aus.

Saludos,
Daniel

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