Jürgen Habermas praktikabel gemacht

Inhaltsverzeichnis

Wer ist Jürgen Habermas?

Am 18. Juni hatte der wichtigste deutsche Philosoph der Gegenwart seinen 80. Geburtstag. Jürgen Habermas beteiligt sich gerne an den Debatten zu gesellschaftspolitischen Kontroversen, wie Historikerstreit, Bioethik, Europäische Verfassung, Irak-Krieg, Religon, ...

Philosophisches Denken ist für Jürgen Habermas kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug der Vernunft zur Entwicklung einer freien und gerechten Gesellschaft. Seine Diskurstheorie entwirft dafür ein ideales Verfahren, in dem die Menschen die Regeln ihres Zusammenlebens in freier und gleichberechtigter Kommunikation selber festlegen.

Habermas verbindet den historischen Materialismus von Marx mit dem amerikanischen Pragmatismus, der Entwicklungstheorie von Piaget und Kohlberg und der Psychoanalyse von Freud. Zudem beeinflusste er maßgeblich die deutschen Sozialwissenschaften, die Moral- und Sozialphilosophie. Meilensteine waren vor allem seine Theorie des kommunikativen Handelns und seine von Karl-Otto Apels diskurstheoretischen Arbeiten inspirierte Diskurstheorie der Moral und des Rechtes.

 

Für die Ohren

Denken für eine bessere Gesellschaft - Jürgen Habermas im Porträt (Quelle: BR-online radioWissen - 22:25 min)
Einmischung als Lebenselixier - Jürgen Habermas zum 80
(Quelle: BR-online radioThema - 44:32 min)

 

Videos

Film "Einladung zum Diskurs": 1/4 VIDEO; 2/4 VIDEO; 3/4 VIDEO; 4/4 VIDEO

 

Lebenslauf

1929
Jürgen Habermas wird am 18. Juni 1929 in Düsseldorf geboren.

1939-1943
Habermas ist Mitglied im Jungvolk.

1943-1945
Um der Hitlerjugend (HJ) zu entgehen, macht Habermas eine Ausbildung zum Hilfsarzt, was als Ersatz für eine Mitgliedschaft in der HJ anerkannt wird. Im Herbst 1944 kommt er als Fronthelfer an den Westwall. Zurück bei seiner Familie in Gummersbach entgeht er im Februar 1945 nur zufällig dem Einzug zur Wehrmacht.

1949-1954
Nach dem Abitur in Gummersbach studiert Habermas an den Universitäten Göttingen, Zürich und Bonn Philosophie, Psychologie, Deutsche Literatur und Ökonomie und promoviert in Bonn mit dem Thema "Das Absolute in der Geschichte. Eine Untersuchung zu Schellings Weltalterphilosophie".

1955
Habermas heiratet Ute Wesselhoeft. Aus der Ehe gehen drei Kinder hervor: Tilmann (geb. 1956), Rebekka (geb. 1959) und Judith (geb. 1967).

1954-1959
Habermas arbeitet zunächst als freier Journalist, bis er 1956 von dem aus dem Exil zurückgekehrten Theodor W. Adorno zur Mitarbeit am wieder eröffneten Institut für Sozialforschung in Frankfurt/Main eingeladen wird. Adorno bringt Habermas mit der empirischen Sozialforschung in Kontakt und bahnt ihm damit den Weg zur kritischen Gesellschaftstheorie.

1961
Habermas habilitiert in Marburg mit der Schrift "Strukturwandel der Öffentlichkeit. Untersuchungen zu einer Kategorie der bürgerlichen Gesellschaft", woraufhin er eine außerordentliche Professur für Philosophie an der Universität Heidelberg antritt.
Habermas arbeitet an einer Untersuchung des Instituts für Sozialforschung über die politische Bewusstseinslage der westdeutschen Studentenschaft mit. Er verfasst die Einleitung zu der daraus entstehenden Studie "Student und Politik", in der er erstmals den Gedanken einer zwanglosen Willensbildung als Kern des demokratischen Rechtsstaates skizziert.

1964-1971
Professur für Philosophie und Soziologie an der Universität Frankfurt/Main.
Als bekanntester Vertreter der aus der Frankfurter Schule entstandenen kritischen Theorie rückt er während der Studentenbewegung Ende der 60er Jahre ins Bewusstsein einer breiteren Öffentlichkeit und prägt entscheidend die Positionen der "verfassungsloyalen" Linken. Dabei geht er zunehmend auf Distanz zu den radikaleren Studentengruppen.

1968
Veröffentlichung der Studie "Erkenntnis und Interesse", die Habermas über den deutschsprachigen Raum hinaus bekannt macht.

1971-1983
Habermas wechselt als Direktor des Max-Planck-Instituts zur Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaftlich-technischen Welt nach Starnberg.
In dieser Zeit veröffentlicht er unter anderem "Legitimationsprobleme im Spätkapitalismus" (1973) und "Rekonstruktion des bürgerlichen Materialismus" (1976).

1981
Veröffentlichung seines Hauptwerks "Theorie des kommunikativen Handelns", dem 1992 sein zweites Opus magnum "Faktizität und Geltung" folgt. In seinen Werken verbindet Habermas die philosophische Analyse mit den Forderungen der modernen Sozialwissenschaften.

seit 1983
Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt.

1983-1994
Professor für Philosophie in Frankfurt/Main mit dem Schwerpunkt Sozial- und Geschichtsphilosophie.
Habermas ist maßgeblich an den intellektuellen Diskussionen im Positivismusstreit und an den Debatten über Systemtheorie, Postmoderne, zivilen Ungehorsam und Autoritarismus beteiligt.
Im Historiker-Streit ist er ein entschiedener Kritiker von Ernst Noltes (geb.1923) Versuch, die nationalsozialistische Massenvernichtung zu den stalinistischen Verbrechen in Beziehung zu setzen. Er sieht darin die Gefahr, die Einzigartigkeit der nationalsozialistischen Vernichtung der Juden zu relativieren.
Veröffentlichung der Werke "Moralbewusstsein und kommunikatives Handeln" (1983), "Die neue Unübersichtlichkeit" und "Diskurs der Moderne" (1985).

1992
In der Studie "Faktizität und Geltung" entwirft Habermas eine normative Theorie des Rechtsstaates.

1995
Veröffentlichung der Schrift "Die Normalität einer Berliner Republik"

1996
Veröffentlichung der Studie zur politischen Theorie "Die Einbeziehung des Anderen" und des Essays "Vom sinnlichen Eindruck zum symbolischen Ausdruck".

bis heute
Habermas sammelt eine Auszeichnung nach der anderen ein und ist weiterhin produktiv.

 

Auszeichnungen

 

Veröffentlichungen

 

Theorie

Fangen wir mit einer Grafik an:

Jürgen Habermas - Vernunft - kommunikatives Handeln, herrschaftsfreier Diskurs, erfolgsorientiertes Handeln, Lebenswelt, System, Rationalität

Die Begriffe der Grafik werden in den nächsten Kapiteln in einfacher Sprache erklärt. Gerne dürfen Sie das Bild herunterladen und verwenden.

Vernunft

Ein Ziel Jürgen Habermas´ ist es, die Gewalt als Mittel zur Lösung von Handlungskonflikten durch einen Prozess der vernünftigen Einigung zu ersetzen.

juegen_habermas_vernunftWichtig ist, dass es für Jürgen Habermas überhaupt eine Vernunft gibt, mit der eine freie und gerechte Gesellschaft möglich wird. Nach ihm ist die Vernunft in der Sprache bereits angelegt. Wer spricht, setzt automatisch voraus, dass Einigung möglich ist. Vernunft entsteht im Gespräch, sofern bestimmte Rahmenbedingungen eingehalten werden.

Die Vernunft liegt weder in der Person noch in einer Sache, sondern sie entsteht bei der Kommunikation. Er grenzt sich dadurch vom Subjektivismus (z. B. Descartes: „Ich denke also bin ich.“) ebenso wie vom Objektivismus der Wissenschaft, als auch von der Vernunftskritik ab.

 

  • Dies bedeutet für die Wissenschaft, dass eine öffentliche Debatte die Ziele der Wissenschaft festlegen soll und nicht das technisch Mögliche.
  • Dies bedeutet für das sich verselbstständige Wirtschaftssystem, dass nur durch öffentliche Debatte dem Steuermedium Geld entgegen getreten werden kann.
  • Dies bedeutet für das System Staat, dass nur durch öffentliche Debatte dem Steuermedium Macht entgegen getreten werden kann.

 

Es geht um unsere Lebenswelt, die zum einen in Gefahr gleichzeitig unsere Hoffnung für eine vernünftige Zukunft ist.

Im nächstem Kapitel erfahren Sie, was eine Lebenswelt ist.

Lebenswelt

Die Lebenswelt ist die geteilte Hintergrundannahme, die eine zwischenmenschliche Kommunikation überhaupt ermöglicht.

Habermas gibt der Lebenswelt „Leben“, indem er diese nicht als statische Umwelt gegeben sieht, sondern als den Ort begreift, an dem Tradition benützt und erneuert wird.

Habermas unterscheidet drei Aspekte der Lebenswelt:

  • Die Kultur stellt das notwendige Vorwissen (oft unbewusst) zur Verfügung, damit Interaktion überhaupt möglich wird. (Äußere Welt - z.B. Werte, Sprache)
  • Die Gesellschaft ist der Ort, in dem sich aus der gemeinsamen Verständigung soziale Gruppen bilden. (Sozialen Welt – z.B. Vereine; sieht man die Consenser.org-Gemeinschaft als eine Gesellschaft, so finden sich im Diskurs-Consenser Gleichgesinnte und bilden Consenser.org-Gruppen.)
  • Eine Persönlichkeit muss sprach- und handlungsfähig sein, damit sie innerhalb einer Lebenswelt seine Eigenart behaupten kann. (Innere Welt – z.B. Nur derjenige der die Fähigkeit besitzt, seine Meinung auf Consenser.org zu sagen und diese auch veröffentlicht, kann seine Persönlichkeit innerhalb der Consenser.org-Gemeinschaft behaupten.)

Rationalisierung der Lebenswelt

In dem Maße, wie sich eine Gesellschaft weiterentwickelt, rationalisiert die Lebenswelt. Die Menschen sind zunehmend in der Lage, zwischen der Welt und Glaubensvorstellungen (Religion) zu unterscheiden. Mythische Weltbilder verlieren an Bedeutung und so auch die damit verbundenen Normen und Verhaltensvorschriften. Statt sich an Vorgaben zu orientieren, treffen Menschen zunehmend eigene, rationale Entscheidungen. Eine Rationalisierung der Lebenswelt liegt in der Abnahme von mythischen Weltbildern (Sitte, Bräuche...) und in der Zunahme der Suche nach gemeinsamer Verständigung und erfolgsorientiertem Handeln.

Das erfolgsorientierte Handeln wird zum instrumentellen Handeln, wenn eine Person durch den Einsatz geeigneter Mittel versucht, ein gesetztes Ziel zu erreichen. Orientiert sich dagegen eine Person auf die notwendige Einflussnahme auf andere Menschen, zur Erreichung eines gesetzten Zieles, so handelt er strategisch.

Erfolgsorientiertes Handeln nennt man auch teleologisches bzw. zweckrationales Handeln. Innerhalb eines Systems hat ein Mensch eine zweckrationale Einstellung, wobei die Ziele vom System selbst fest gelegt werden.

Was ist ein System?


System

Der Gegenbegriff von Lebenswelt heißt System. Nach der Systemtheorie von Niklas Luhmann ist alles als System zu sehen. Jürgen Habermas führte den Begriff der Lebenswelt ein, damit die Probleme der Moderne besser zu erfassen sind.

Nach Jürgen Habermas rationalisierten und verselbstständigten sich die Bereiche Wirtschaft und Verwaltung am stärksten. Diese beiden Systeme trennen sich mehr und mehr von der Lebenswelt der Menschen – und durchdringen diese zugleich, um sie zu beeinflussen und zu steuern. Das tun die beiden Systeme so rücksichtslos wie Kolonialherren, weshalb man auch von einer Kolonialisierung der Lebenswelt spricht (z.B. die Einflusskraft der Finanzkrise). Das kapitalistische Wirtschaftssystem und das moderne Staatswesen mit seinem Verwaltungsapparat werden durch Geld und Macht gesteuert.

Nach Jürgen Habermas wirken sich Geld und Macht negativ auf das Leben der Menschen aus. Das Privatleben wird von Konsum und Leistungsdenken geprägt. Ebenso beeinflusst und hemmt die fortschreitende Bürokratisierung das öffentliche Leben. Diese Systeme sind verantwortlich dafür, dass die moderne Gesellschaft und Lebenswelt krankhafte Züge tragen, die unbedingt korrigiert werden sollten.

Eine Korrektur kann nur aus der Lebenswelt hervorgehen, wenn sie sich den konsensorientierten Maßstäben kommunikativen Handelns bedient.

Jürgen Habermas - Vernunft - kommunikatives Handeln, herrschaftsfreier Diskurs, erfolgsorientiertes Handeln, Lebenswelt, System, Rationalität

Was ist „kommunikatives Handeln“ erfahren Sie im nächsten Kapitel.
 

(Kommunikatives) Handeln

habermas_geltungsanspruecheKommunikatives Handeln ist eine Handlungsart, wie Handlungen zwischen Gesprächspartnern koordiniert werden kann.

Beim kommunikativen Handeln stimmen sprach- und handlungsfähige Personen ihre Handlungen aufeinander ab.

Verständigung ist nach Jürgen Habermas erst dann erreicht, wenn jeder Hörer allen drei (vier) Geltungsansprüchen einer Aussage zustimmen können. Können sie das nicht, so müssen die Geltungsansprüche im Diskurs geklärt werden.


Die Geltungsansprüche

Verständlichkeit (Voraussetzung)

Die Bedeutung einer Aussage muss von allen Gesprächspartnern verstanden werden. Damit es zur Verständigung kommt, braucht man eine gemeinsame Schnittmenge an Sprache und Kultur.
Beispiel:
Im Hinterland von Barcelona geht ein deutscher Mann in eine Bar und bestellt auf Englisch einen Rotwein. Doch die Bedienung spricht nur katalanisch und steht mit fragendem Gesicht da. Deshalb zieht der Mann seine Digitalkamera heraus und zeigt der Bedienung ein Foto mit einem Rotweinglas. Die Bedienung lacht und zeigt dem Mann einen „Vogel“. Der Mann verlässt verärgert die Bar. Was war passiert?
Seitliches tippen auf den Schädel bedeutet in Spanien „Clever“, dagegen wird in Deutschland dieselbe Geste als ein Zeichen der Geringschätzung interpretiert. Verständlichkeit hat etwas mit der Sprachkompetenz der Beteiligten zu tun.

Wahrheit

Der behaupte Sachverhalt muss stimmen.
Beispiel:

2 + 2 = 4

Richtigkeit

Das Gesagte muss sich mit anerkannten Werten und Normen im Einklang befinden.
Beispiel:
„Du kannst ohne Probleme 180 km/h mit dem Auto fahren.“, behauptet Hans. „Nein, das kann ich nicht.“, sagt Joan, „in Katalonien liegt die Höchstgeschwindigkeit bei 120 km/h.“

Wahrhaftig

Das, was der jeweilige Sprecher sagt, meint er ehrlich.
Beispiel:
„Bitte spare Dir Deine netten Worte, ich habe den Eindruck, dass Dir mein Bild gar nicht gefällt.“


Handlungsarten

Die vier Handlungsarten im Vergleich: das zweckrationale Handeln (Wahrheit), das normenregulierte Handeln (Richtigkeit), das dramaturgische Handeln (Wahrhaftigkeit) und das kommunikative Handeln (Verständlichkeit). Die Herleitung finden Sie im Kapitel "Universalpragmatik".

Als Überblick sollte folgende Tabelle genügen:

 
Zweckrationales Handeln
Normenreguliertes Handeln
Dramaturgisches Handeln
Kommunikatives Handeln
Geltungsanspruch
Wahrheit
Richtigkeit
Wahrhaftigkeit
Verständlichkeit
Rolle der Sprache
Einwirken auf andere Sprecher
Überlieferung kultureller Werte
Selbstinszenierung
Verständigung
Weltbezug
Objektive Welt (Zeugwelt)
Soziale Welt (Solidarwelt)
Subjektive Welt (innere Welt des Sprechers)
reflexiver Bezug auf alle drei „Welten“
Diskursformen
theoretischer Diskurs
praktischer Diskurs
ästhetische Kritik
explikativen Diskurs
Sprechakte
konstativer Sprechakt
regulativer Sprechakt
expressiver (repräsentativer) Sprechakt
kommunikativer Sprechakt

 

Zusammenfassend kann vereinfacht werden:

  • Das strategische Handeln ist auf ein bestimmtes Ziel ausgerichtet. Eine Person handelt strategisch, um seine Interessen durchzusetzen. ( z.B. kann sie breit sein zu lügen oder auch Einschüchterungsversuche unternehmen) Mehr Details gibt es HIER.
  • Dagegen bezieht das kommunikative Handeln auf eine herrschaftsfreien und verständigungsorientierten Kommunikation. Jeder, der kommunikativ handelt, erhebt damit die vier Geltungsansprüche, die von seinem Gesprächspartner ausgesprochen oder unausgesprochen akzeptiert werden. Treten Probleme mit einem der Geltungsansprüche - Verständlichkeit, Wahrheit, Wahrhaftigkeit und Richtigkeit - auf, so werden diese im Diskurs geklärt.

 

Was ein „Diskurs” ist, erfahren Sie im nächsten Kapitel.

Wer tiefer in die Theorie einsteigen möchte, der lese das Kapitel „Universalpragmatik“.

Universalpragmatik

Exkurs: Linguistik

In der Sprachwissenschaft (Linguistik) unterscheidet man Syntax, Semantik und Pragmatik.

  • Die Syntax untersucht die Beziehung der sprachlichen Zeichen zueinander.
  • Die Semantik ist die Bedeutungslehre, die die Beziehungen zwischen den Zeichen und den Gegenständen analysiert.
  • Die Pragmatik ist die Lehre vom sprachlichen Handeln. Sie untersucht die Beziehung zwischen sprachlichen Zeichen und Zeichenbenutzer und versteht Sprechen generell als Form menschlichen Handelns. Es geht um die Frage, wie man mit Worten etwas tun kann? Es geht nicht um den Sachverhalt einer Äußerung, sondern um deren Wirkung. In dem Sie etwas befehlen, etwas versprechen, etwas androhen etc. führen Sie eine Handlung durch.

 

Universalpragmatik (Formalpragmatik)

Bei der Universalpragmatik handelt es sich um die Suche nach den Strukturen des kommunikativen Handelns. Es geht um die Frage: Welche Regeln muss eine Rede eines Sprechers genügen, damit er eine Anerkennung seiner Zuhörer verlangen kann. Das Einverständnis eines kommunikativ kompetenten Interpreten kann nur dann vom Sprecher erwartet werden, wenn die vier Geltungsansprüche erfüllt sind, nämlich: Verständlichkeit, Wahrheit, Wahrhaftigkeit und Richtigkeit. Es liegt in der Hand des Interpreten, die Geltungsansprüchen zu akzeptieren oder im Diskurs zu klären – siehe Kapitel „Kommunikatives Handeln“.

Doch wie kam Jürgen Habermas zu diesem Ergebnis?

 

Wikipedia gibt Antwort:


 

Sprechakttheoretischer Hintergrund 

 

Searle und Austin

Die Grundlage der Universalpragmatik stellt die von John L. Austin und John R. Searle entwickelte Theorie der Sprechakte dar. Im Zentrum der Theorie steht die Erkenntnis, dass Sprechen immer auch Handeln, also „eine regelgeleitete Form des Verhaltens“ ist. Die Grundeinheit sprachlicher Kommunikation ist demnach nicht das Symbol, Wort oder Satz, „sondern die Hervorbringung des Symbols oder Wortes oder Satzes im Vollzug des Sprechaktes“. 

Austin erläutert, dass viele der traditionellen philosophischen Probleme durch die Auffassung entstanden sind, Äußerungen seien entweder als Äußerungen über Tatsachen (konstative Äußerungen) aufzufassen oder keiner Analyse wert. Dies habe dazu geführt, den Umstand zu vernachlässigen, dass Sprechen immer gleichzeitig auch Handeln bedeute. Austin bezeichnet diese „Tatsachenfixierung“ der Sprachanalyse auch als „deskriptiven Fehlschluss“.

 

  lokutionärer Akt illokutionärer Akt perlokutionärer Akt
Ziel bei Austin/Searle Hervorbringung einer syntaktisch-semantisch korrekten Äußerung Hervorrufen eines bestimmten Verständnisses beim Gesprächspartner Hervorbringung einer bestimmten Wirkung beim Gesprächspartner
Terminologie bei Habermas ebd.; Inhaltsaspekt der Aussage ebd; illokutionäre Kraft; Beziehungsaspekt der Aussage -
Zugeordneter Handlungsmodus bei Habermas alle kommunikatives Handeln strategisches Handeln

 

 Nach Austin hat ein Sprechakt folgende Teilakte:

  • lokutionärer Akt: das Hervorbringen von Äußerungen auf der artikulatorischen, syntaktischen und semantischen Ebene
  • illokutionärer Akt: der Vollzug einer Äußerung in ihrer kommunikativen Geltung (z.B. als Frage, Bitte, Warnung, Empfehlung, Drohung)
  • perlokutionärer Akt: das Erzielen der vom Sprecher beabsichtigten und beim Hörer auch tatsächlich eingetretenen Wirkung der Äußerung (z.B. überzeugen, umstimmen, verärgern, verunsichern, kränken, trösten).

 

 

Habermas

Habermas übernimmt in vereinfachter Form die Terminologie von Austin und unterscheidet zwischen einem illokutionärem und lokutionärem bzw. einem Inhalts- und Beziehungsaspekt von Aussagen. Der Beziehungsaspekt von Aussagen wird durch den illokutionären Bestandteil einer Sprechhandlung bestimmt und ist daher für die generative Kraft von Sprechakten verantwortlich. Diese generative Kraft des illokutiven Teils bewirkt nach Ansicht von Habermas, dass ein Sprechakt überhaupt ge- bzw. misslingen kann, da durch seine Verwendung versucht wird, eine Beziehung zwischen Sprecher und Hörer aufzubauen. Scheitert dieser Versuch, ist die Verständigung misslungen, akzeptiert der Hörer jedoch die im illokutiven Teil implizierte Form der Beziehung, ist der Versuch gelungen.

Der von Austin als perlokutionärer Akt bezeichnete Aspekt einer Äußerung wird bei Habermas als ein bestimmter Fall des strategischen Handelns bzw. allgemeiner des teleologischen Handelns behandelt. Dieses bezeichnet allgemein ein Handeln, das auf einen Zweck bzw. das Hervorbringen eines gewünschten Zustandes ausgerichtet ist. Teleologisches Handeln wird zu strategischem Handeln, „wenn in das Erfolgskalkül des Handelnden die Erwartung von Entscheidungen mindestens eines weiteren zielgerichtet handelnden Aktors eingehen kann“. Eine perlokutionäre Handlung wird von Habermas nun so begriffen, dass sie der Definition von strategischem Handeln das Merkmal der Täuschung hinzufügt: ein perlokutionäres Ziel kann ein Sprecher nur dann verfolgen, wenn er den Hörer über das tatsächliche Ziel der Sprechhandlung täuscht. Der perlokutionäre Effekt ist für Habermas demnach eine bestimmte Form des zweckorientierten Handelns und kann damit vom illokutionären Handeln, welches nicht zum strategischen Handeln zu zählen ist, unterschieden werden. Dieses Gegenstück zum strategischen Handeln bezeichnet Habermas als kommunikatives Handeln:

Ich rechne also diejenigen sprachlich vermittelten Interaktionen, in denen alle Beteiligten mit ihren Sprechhandlungen illokutionäre Ziele und nur solche verfolgen, zum kommunikativen Handeln.

 

 

Handlungsformen

Habermas unterscheidet vier universelle Formen des Handelns, denen entsprechende Sprechakte und Rationalitätstypen zugeordnet sind:

  • Das teleologische Handeln bezieht sich auf die „objektive Welt“ der „Sachverhalte“. Wir entscheiden uns für eine bestimmte Handlungsalternative, die uns als das erfolgversprechendste Mittel erscheint, bestimmte Zwecke zu erreichen. Der Erfolg ist dabei zwar häufig von „anderen Aktoren“ abhängig; diese sind aber „an ihrem jeweils eigenen Erfolg orientiert“ und verhalten sich „nur in dem Maße kooperativ […] wie es ihrem egozentrischen Nutzenkalkül entspricht“.
  • Im normenregulierten Handeln dagegen tritt der Aktor in Beziehung zu zwei Welten: der Welt der Sachverhalte und der sozialen Welt. „Eine soziale Welt besteht aus einem normativen Kontext, der festlegt, welche Interaktionen zur Gesamtheit berechtigter interpersonaler Beziehungen gehören“. Ihr gehören alle Aktoren an, „für die entsprechende Normen gelten“ und „von denen sie als gültig akzeptiert werden“.
  • Das dramaturgische Handeln beruht auf einer Selbstdarstellung der Aktoren. Sie sind „Interaktionsteilnehmer, die füreinander ein Publikum bilden, vor dessen Augen sie sich darstellen“. Diese „Selbstrepräsentation“ versteht Habermas nicht als ein „spontanes Ausdrucksverhalten“, sondern als „zuschauerbezogene Stilisierung des Ausdrucks eigener Erlebnisse“.
  • Im kommunikativen Handeln schließlich gewinnt die sprachliche Dimension das entscheidende Gewicht. Es bezieht sich auf die „Interaktion von mindestens zwei sprach- und handlungsfähigen Subjekten“, die „eine Verständigung über die Handlungssituation“ suchen, „um ihre Handlungspläne und damit ihre Handlungen einvernehmlich zu koordinieren“. Das kommunikative Handeln stellt keineswegs den „Normalfall kommunikativer Alltagspraxis“ dar, was es schwer macht, es als allgemeingültig nachzuweisen. Um diesen Nachweis zu leisten, versucht Habermas in der Theorie des kommunikativen Handelns eine „Aufarbeitung der soziologischen Ansätze zu einer Theorie der gesellschaftlichen Rationalisierung“ von Weber bis Parsons.

 

  teleologisches Handeln normenreguliertes Handeln dramaturgisches Handeln kommunikatives Handeln
Zentraler Handlungsbegriff Entscheidung Normbefolgung Selbstrepräsentation Interpretation
Sprechakt konstativer Sprechakt regulativer Sprechakt expressiver Sprechakt kommunikativer Sprechakt
Rationalitätstypus kognitiv-instrumentelle Rationalität moralisch-praktische Rationalität ästhetisch-praktische Rationalität kommunikative Rationalität
Geltungsanspruch Wahrheit Richtigkeit Wahrhaftigkeit Verständlichkeit
Weltbezug  Objektive Welt Soziale Welt Subjektive Welt reflexiver Bezug auf alle drei „Welten“
Rolle der Sprache Einwirken auf andere Sprecher Überlieferung kultureller Werte; Konsensbildung Selbstinszenierung Verständigung (Berücksichtigung aller Sprachfunktionen)
Vergleich zu Kant theoretische Vernunft praktische Vernunft ästhetische Vernunft Einheit der Vernunft
Soziologisches Konzept individualistisches Programm der Soziologie Handlungstheorie von Talcott Parsons; Rollentheorie Handlungstheorie von Erving Goffman Mead; Garfinkel

 

 

Methodologischer Status 

Habermas versteht die Transzendentalpragmatik als „rekonstruktive Wissenschaft“. Sie richtet sich auf das implizite, „vortheoretische“ Wissen des Sprechers, das sie systematisch zu explizieren versucht. Ihr Gegenstandsbereich gehört zur „symbolisch strukturierten Wirklichkeit“ der sozialen Welt und untersucht deren „Tiefenstruktur“. Ihr Ziel ist das explizite Wissen von den Regeln und Strukturen, deren Beherrschung die Grundlage für die Kompetenz eines Subjekts ist, sinnvolle Ausdrücke zu generieren. 

Die Transzendentalpragmatik arbeitet zwar als rekonstruktive Wissenschaft auch empirisch, ihr Vorgehen unterscheidet sich aber in wichtigen Punkten von den Naturwissenschaften. „Die relevanten Daten für die Bildung und Überprüfung rekonstruktiver Hypothesen werden primär durch die aktuellen Vollzüge und instrospektiven Berichte kompetenter Subjekte geliefert“. 

Das implizite Wissen des Subjekts ist dabei in der Regel nicht direkt abfragbar und muss diskursiv gerechtfertigt werden. Es kann durch eine „mäeutische Befragungsmethode“ bewusst gemacht werden: „durch die Wahl geeigneter Beispiele und Gegenbeispiele, durch Kontrast- und Ähnlichkeitsrelationen, durch Übersetzungen, Paraphrasen usw.“. 

Rekonstruktive Theorien unterscheiden sich folglich von empirischen Theorien in ihrem Verhältnis zum Alltagswissen. Während diese „das Alltagswissen, das wir zunächst vorwissenschaftlich über einen Objektbereich besitzen, wieder und durch ein korrektes, vorläufig als wahr angesehenes Wissen ersetzen“ können, ist dies bei rekonstruktiven Theorien nicht möglich. Ein Rekonstruktionsvorschlag kann „das vortheoretische Wissen mehr oder weniger explizit und angemessen darstellen, aber niemals falsifizieren. Als falsch kann sich allenfalls die Wiedergabe der Sprecherintuition erweisen, aber nicht diese Intuition selbst“.

Diskurs

Ein Diskurs ist in aller Munde. Doch nicht immer ist das Gleiche gemeint.

  • Es wird verwendet für einen „erörternden Vortrag“, ein „hin und her gehendes Gespräch oder für eine öffentliche Diskussion.
  • Auf Consenser.org ist es der Austausch von persönlichen Meinungen und Standpunkten von Experten-Gruppen, die auf der Suche nach Übereinstimmung (Consens) sind.
  • Je nach Autor Michael Foucault, Teun Van Dijk, Jean-Francois Lyotard, ... gibt es verschiedene Definitionen für Diskurs. Z.B. Der Diskurs benützt und erschafft unsere Sichtweise von der Welt, er erzeugt Sinnzusammenhang und Realität.
  • Konzentrieren wir uns auf Jürgen Habermas, wie er den Begriff Diskurs verwendet. Er unterscheidet zwei Ebenen der Kommunikation.
    • Die Ebene des kommunikativen Handelns mit ihren Geltungsansprüchen (vorheriges Kapitel) und
    • die diskursive Ebene, die notwendig wird, wenn sich einer der Geltungsansprüche als problematisch herausstellt.

 

Im Diskurs sollen die Geltungsansprüche wieder hergestellt werden, um in die Ebene kommunikativen Handelns zurückzukehren.

Wir haben ein meist unbewusstes lebensweltliches Bezugssystem (Sprache und Kultur), die Verständigung überhaupt erst ermöglicht. Damit unsere Kommunikation überhaupt einen Sinn ergibt, gehen wir davon aus, dass unser Gesprächspartner allen Geltungsansprüchen (Verständlichkeit, Wahrheit, Wahrhaftigkeit und Richtigkeit) gerecht wird.
Wenn wir einen Geltungsanspruch in Frage stellen und problematisieren, dann treten wir aus der Mühle der Alltäglichkeit, in der wir immer schnell handeln und reagieren müssen heraus. Wir nehmen sozusagen eine Distanz zu den Dingen und zu uns selber ein und fragen uns, was wahr, wahrhaftig und richtig ist bzw. sprechen, diskutieren, streiten darüber.

Bei einem Diskurs ist nicht der praktisch alltäglich Handelnde, nicht der einsam sinnierende Denker, sondern eine diskutierende Gemeinschaft gemeint, welche die Geltungsansprüche überprüft und, wenn notwendig wieder herstellt.

Jetzt wird es interessant! Jürgen Habermas behauptet, wenn eine „ideale Sprechsituation“ bei einem Diskurs vorherrsche, so könne man den erzielten Konsens (Übereinstimmung) als Wahrheit und moralisch richtig bezeichnen. Jürgen Habermas definiert nicht den „Inhalt“ von Wahrheit und moralisch Richtigem, sondern nur die Voraussetzungen, die herrschen müssen, damit ein Konsens den Anspruch erheben kann, dass dieser wahr und moralisch richtig ist. Eine Einigung in einem idealen Diskurs in einer idealen Sprechsituation ist ein vernünftiger Konsens.

 

Diskurs-Arten

Diskurstheorie

Beim theoretischen Diskurs wird ein Wahrheitsanspruch an der Natur (die objektive Welt) überprüft (z.B. Legitimierung von Wissen über die Realität der Natur).

Diskursethik

Beim praktischen Diskurs wird ein Richtigkeitsanspruch an der Kultur (die soziale Welt) überprüft (z.B. Legitimierung von Werten und Normen).

Herrschaftsfreier Diskurs

Ein herrschaftsfreier Diskurs ist ein Diskurs, der die Regeln einer "idealen Sprechsituation" einhält.

Wie die „ideale Sprechsituation“ definiert ist, erfahren Sie im nächsten Kapitel.

Ideale Sprechsituation

Ein öffentliches Schwimmbad hat Regeln. Dazu gehören zum Beispiel, die Pflicht zum Tragen einer Bademütze, zum Austreten soll die Toilette benutzt werden, eine maximale Anzahl der Benutzer, Grenzwerte für den PH-Wert des Wassers, Ess- und Trinkverbot im Bad, das Laufen ist untersagt, es darf vom Beckenrand nicht hereingesprungen werden etc. Wenn diese Regeln eingehalten werden, wird das Schwimmbad einem gewissen hygienischen Standard entsprechen und deren Benutzung wird angenehm und ungefährlich sein.

Ein Schwimmbad hat nur deshalb Badegäste, weil den Gästen im Vorfeld ein gewisses Maß an Vertrauen entgegengebracht wird. Man geht also davon aus, dass sie die Regeln einhalten werden. Hätte man dieses Vertrauen nicht, bräuchte man kein Schwimmbad eröffnen, weil niemand das Schwimmbad benutzen dürfte. Denn stets bestünde die Gefahr, dass jemand gegen die Regeln verstößt.

Eine Kommunikationsgemeinschaft kann nur dann einen vernünftigen Diskurs führen, wenn diese die Einhaltung der Regeln einer idealen Sprechsituation als gegeben voraussetzt – sonst bräuchte man einen vernünftigen Diskurs überhaupt nicht beginnen. Diese Vorwegnahme einer idealen Sprechsituation ermöglicht erst einen Diskurs, in welchem Wahrheit und moralische Richtigkeit entstehen können (Regulative Idee).

Die Einigung in einem Diskurs in einer idealen Sprechsituation stellt einen vernünftigen Konsens dar. In solch einem idealen Diskurs bemühen sich alle Teilnehmer um Verständlichkeit, alle sollen ehrlich / wahrhaftig sein und nur das sagen, was sie auch wirklich meinen. Alle sollen ernsthaft versuchen, wahre Aussagen und richtige Werturteile zu nennen. Erst dann herrscht ausschließlich der eigentümliche „zwanglose Zwang des besseren Arguments“.

 

Wie sieht diese ideale Sprechsituation genau aus?

In einer idealen Sprechsituation ist jeder Sprecher gleichberechtigt,

  • alle können Diskurse eröffnen, sie durch Rede und Gegenrede, ohne irgendeine Zeitbegrenzung weiterführen (kommunikative Sprechakte – Offenheit).
  • alle Diskursteilnehmer müssen die gleichen Chancen haben, Deutungen, Behauptungen, Empfehlungen, Erklärungen und Rechtfertigungen aufzustellen und deren Geltungsanspruch zu problematisieren, zu begründen oder zu widerlegen, so dass keine Vormeinung auf Dauer der Thematisierung und der Kritik entzogen bleibt (konstative Sprechakte - Transparenz).

Es dürfen nur Sprecher zum Diskurs zugelassen werden,

  • die als Handelnde gleiche Chancen haben, ihre Einstellungen, Gefühle und Intentionen zum Ausdruck zu bringen. Dadurch soll sichergestellt werden, dass die Diskursteilnehmer sich selbst gegenüber wahrhaftig sind und ihre innere Natur zur Erscheinung tritt (repräsentative Sprechakte - Wahrhaftigkeit)
  • die als Handelnde die gleiche Chance haben, zu befehlen, sich zu widersetzen, zu erlauben und zu verbieten. Diese formale Gleichverteilung der Chancen soll die Gewähr dafür bieten, dass Realitätszwänge aufgehoben werden und in den erfahrungsfreien und handlungsentlasteten Kommunikationsbereich eintreten können (regulative Sprechakte – Redlichkeit).

 

Beispiele:

  • Wenn wir diskutieren, können wir uns auf die Suche nach Verständigung begeben oder an uns zuvor gesetzte Ziele orientieren.
  • Wir können uns vom Wahren und Richtigen leiten lassen oder unsere Interessen durchsetzen.
  • Wir können uns von der Bedeutsamkeit des Gesagten bestimmen lassen, oder von der Autorität des Sprechenden beeinflussen lassen.
  • Wir können nach dem objektiven „Recht Haben“ suchen, oder blind und trotzig unser „Recht Behalten“ durchsetzen.
  • Wir können uns vom „zwanglosen Zwang des besseren Argumentes“ überzeugen lassen, oder vom trickreichen Überreden überrumpeln lassen.

 

Nun gut, leider hat sich mein Sohn im Schwimmbecken erleichtert. Es gibt jedoch nicht nur solche, sondern auch die Gäste, die vom Baderand ins Wasser springen etc. Wie viele Störenfriede kann ein Freibad verkraften?

Auch auf der Suche nach der Wahrheit und der moralischen Richtigkeit gibt es Störenfriede. Jürgen Habermas weiß dieses und schlägt deshalb Lösungen vor, die wir in dem Kapitel „Praxis“ genauer beleuchten werden.
 

Praxis

  1. Welche Probleme hat die "ideale Sprechsituation" in Praxis? Wie könnte man diese Probleme entschärfen?
  2. Technische Umsetzung zur Annäherung an die ideale Sprechsituation.

 

Ideale Sprechsituation

Welche Probleme hat die "ideale Sprechsituation" in Praxis? Wie könnte man diese Probleme entschärfen?

Größere Darstellung

Technische Umsetzung

Mindmap stellt EINE Lösungsskizze dar.

Es wurde die AG-Meinungsfindungstool gebildet => http://wiki.piratenpartei.de/AG_Meinungsfindungstool